Knapp 880 Personen werden zum Studium der Humanmedizin zugelassen, Chiropraktik eingerechnet. Im Fach Zahnmedizin können 150 Personen das Studium aufnehmen und in der Veterinärmedizin 173.

Die Schweizer Universitäten verfügen 2015 über 793 Studienplätze für angehende Ärztinnen und Ärzte sowie über 131 für Zahnärzte und über 150 für Tierärzte. Wie immer würden jeweils mehr Menschen zum Studium zugelassen als Plätze verfügbar seien, sagte Sabine Felder, stellvertretende Generalsekretärin von swissuniversities, am Dienstag der sda. Denn ein Teil trete das Studium nicht an.

Fragen für Trainings verwendet

Am Montag hatte swissuniversities bekannt gegeben, dass es im Zusammenhang mit dem Anfang Juli durchgeführten Eignungstest zu einer Panne gekommen war. Ein Teil der Fragen war von einem privaten Anbieter, bei dem sich Maturandinnen und Maturanden auf den Test vorbereiten können, für Trainings verwendet worden.

Betroffen waren Aufgaben zum Textverständnis. Für die rund 3300 Personen, die sich insgesamt testen liessen, habe der Vorfall keine Folgen, schrieb swissuniversities. Auch mit neun der zehn Aufgabengruppen sei der Eignungstest noch genügend differenziert für die Zulassung zum Studium.

2014 war es zu einer ähnlichen Panne gekommen, und schon damals mussten Fragen von der Auswertung ausgeschlossen werden. Die Fragen waren über denselben Anbieter bekannt geworden. Rechtliche Schritte gegen diesen wurden 2014 eingeleitet.

Das Verfahren sei noch hängig, zuständig sei die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, sagte Felder. Um welchen Anbieter es sich handelt, gab sie mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht bekannt.

Sie betonte, dass swissuniversities auf keine Weise mit privaten und kommerziellen Anbietern von Vorbereitungskursen zusammenarbeite. Nach aktuellem Stand der Kenntnisse seien die bekannt gewordenen Fragen in den neunziger Jahren gestohlen worden. Wie sie zum betreffenden Kursanbieter gelangen konnten, werde ermittelt.

Sicherheitsmassnahmen bereits verstärkt

Zur neuerlichen Panne kam es, obwohl die Sicherheitsmassnahmen nach dem ersten Vorfall von 2014 verstärkt worden waren. Zum Beispiel sei an den neun Testorten mehr Personal eingesetzt worden, und die Prüflinge würden verstärkt kontrolliert, berichtete Felder. Ausser Schreibzeug sind für den Test keine Hilfsmittel zugelassen. Elektronische Geräte dürfen nicht zum Test mitgenommen werden.

Der diesjährige Test war vom Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik der Universität Freiburg konzipiert und durchgeführt worden. Ob am Eignungstest etwas geändert wird, ist laut Felder offen. Es würden Diskussionen geführt, doch es sei noch zu früh, um konkrete Alternativen oder Kosten zu benennen.