Rauchen macht abhängig, Rauchen gefährdet die Gesundheit, Rauchen ist tödlich – diese Botschaften kann heute niemand mehr negieren. Wer dem blauen Dunst frönt, dürfte sich dessen Risiken bewusst sein. 9500 Personen sterben in der Schweiz jährlich an den Folgen des Tabakkonsums. Für die Allgemeinheit entstehen Kosten in Milliardenhöhe. Kein Wunder, steckt der Bund viel Geld in Präventionsmassnahmen: um den Einstieg in den Tabakkonsum zu verhindern, den Ausstieg zu fördern und die Bevölkerung vor Passivrauch zu schützen. Man kann davon halten, was man will. Und man kann zu Recht daran erinnern, dass es zumindest Erwachsenen gestattet sein soll, so viel zu rauchen, wie sie wollen. Das ist Teil der freiheitlichen Selbstbestimmung. 

Doch geradezu absurd wird es dann, wenn der gleiche Staat, der seinen Bürgern die Lust auf den Tabak austreiben will, dem weltgrössten Tabakkonzern eine prominente Werbeplattform bietet. Philip Morris überweist dem Aussendepartement fast zwei Millionen Franken, um einer der Hauptsponsoren des Schweizer Pavillons an der Weltausstellung 2020 in Dubai sein zu dürfen. 

Der Bund verspricht seinem Partner dafür eine Assoziation mit dem Image der offiziellen Schweiz – Philip Morris bekommt quasi ein staatliches Gütesiegel. Die Verantwortlichen offenbaren nicht nur eine doppelte Moral. Sie höhlen auch die Glaubwürdigkeit der staatlichen Tabakprävention aus.