Kundgebung
Polizei kesselt in Bern Gegner von Corona-Massnahmen ein – rund hundert Anzeigen drohen

Die Berner Polizei ist am Samstag gegen Corona-Massnahmen-Gegner vorgegangen. Zuerst wies sie Teilnehmer der unbewilligten Kundgebung vom Bundesplatz, dann kesselte sie sie im Ryffligässchen ein. Wegen Nichtumsetzung von Schutzmassnahmen drohen rund hundert Anzeigen.

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Die Polizei hält im Berner Ryffligässchen die Kundgebungsteilnehmer in Schach.

Die Polizei hält im Berner Ryffligässchen die Kundgebungsteilnehmer in Schach.

RAINER SCHNEUWLY

Etwa um 16 Uhr hatten sich rund hundert Personen auf dem Bundesplatz versammelt, einzelne von ihnen mit Plakaten. Die Polizei war stark präsent und begann sofort mit Durchsagen, dass es sich um eine unbewilligte Kundgebung handle und der Ort zu verlassen sei.

Dann drängten die Polizistinnen und Polizisten die Menge in Richtung Bärenplatz, worauf die Kundgebungsteilnehmer Richtung Bahnhof zogen. Immer wieder skandierten sie "Liberté, Liberté", also das französische Wort für Freiheit. Viele von ihnen sprachen Französisch. Masken trugen sie nicht oder kaum.

Nach einem kurzen Stopp auf dem Bahnhofplatz zogen rund 50 Personen weiter in Richtung Altstadt, wo es der Polizei im Gässchen zwischen Aarberger- und Neuengasse gelang, die Kundgebungsteilnehmer einzukesseln.

Die Polizei wies nach eigenen Angaben etliche Personen nach Kontrollen vom Bundesplatz. "Drei Personen mussten aufgrund ihres Verhaltens in Räumlichkeiten der Polizei gebracht werden", hiess es in einer Mitteilung vom Samstagabend. Sie würden unter anderem wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte verzeigt. Zwei weitere Personen wurden vom Ryffligässchen auf eine Polizeiwache gebracht.