Bundesanwaltschaft

«Rache an der Schweiz»: Beschuldigter im Tötungsdelikt von Morges VD gesteht Tat

Die Bundesanwaltschaft schloss bereits im Vorfeld «ein mögliches terroristisches Motiv» nicht aus. (Archivbild)

Die Bundesanwaltschaft schloss bereits im Vorfeld «ein mögliches terroristisches Motiv» nicht aus. (Archivbild)

Nach der Tötung eines 29-jährigen Portugiesen in einem Kebabrestaurant in Morges (VD) am Samstagabend hat der mutmassliche Täter seine Tat gestanden.

(mg/luk) Die Bundesanwaltschaft (BA) hat am Mittwoch neue Details über den mutmasslichen Täter veröffentlicht. Bereits zuvor hatte sie vermeldet, dass sie die Ermittlungen im Falle des Tötungsdelikts von Morges übernimmt. Ein Mann hatte in einem Kebabladen einen 29-jährigen Portugiesen niedergestochen, der gleichentags an den Verletzungen verstarb. Gemäss BA kann ein mögliches terroristisches Motiv für die Tat nicht ausgeschlossen werden.

Gemäss dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS soll der 29-Jährige aus «Rache an der Schweiz» und für den «Propheten Mohammed» gehandelt haben. Dies schreibt der Radiosender unter Berufung auf mit der Untersuchung vertrauten Quellen.

Bereits im April 2019 hatte die Waadtländer Staatsanwaltschaft gegen den schweizerisch-türkischen Doppelbürger ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Brandstiftung an einer Tankstelle in Prilly (VD) eröffnet. Bereits in diesem Verfahren stiessen die Ermittler auf einen möglichen dschihadistischen Hintergrund der beschuldigten Person. Letzten Oktober hat die Bundesanwaltschaft das Strafverfahren zuständigkeitshalber übernommen. Der mutmassliche Mörder war seither in Untersuchungshaft – bis diesen Juni. Zuvor war die Haft durch das Zwangsmassnahmengericht mehrfach verlängert worden.

Die Freilassung sei unter strengen Auflagen passiert, betont die BA in ihrer Mitteilung. Dem Mann wurde unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre, eine Meldepflicht auferlegt und verboten, eine Waffe zu tragen. Bis zum Tötungsdelikt vom letzten Samstag war der BA «kein Verstoss gegen die auferlegten Ersatzmassnahmen gemeldet worden, welche eine erneute Inhaftierung gerechtfertigt hätten». Die Polizei hat den mutmasslichen Täter am Sonntag verhaftet und sitzt erneut in Untersuchungshaft. Die Hintergründe der Tat werden durch die BA in Zusammenarbeit mit den zuständigen Waadtländer Behörden, dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) und dem NDB abgeklärt.

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