Bei ihm laufen die Fäden im Wirtschaftsdepartement von FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann zusammen, vielen gilt er als graue Eminenz, und nicht wenige bezeichnen ihn als „mächtigsten General“ in Bundesbern: Stefan Brupbacher, Generalsekretär des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung und früherer Generalsekretär der FDP Schweiz. Doch was macht Brupbacher, wenn sein Chef Schneider-Ammann Ende Jahr aus dem Bundesrat austritt? Auf die Frage zu seiner Zukunft sagte er kürzlich nur, damit beschäftige er sich nicht. Doch nun hat die Redaktion CH Media aus sicherer Quelle im Bundeshaus erfahren: Brupbacher soll neuer Direktor von Swissmem werden, dem Verband der Schweizer Maschinen- und Elektroindustrie.

Der einflussreiche Verband wird interimistisch geführt, seit der langjährige Direktor Peter Dietrich im vergangenen Winter zurückgetreten ist. Pikant ist: Brupbacher wird voraussichtlich Chef von jenem Verband, den Schneider-Ammann bis zu seiner Wahl in den Bundesrat im Jahr 2010 präsidierte und dem er auch als Wirtschaftsminister verbunden blieb. Bei Swissmem sind überdies auch die Waffenproduzenten organisiert. Das ist interessant vor dem Hintergrund, dass Brupbacher massgeblich daran beteiligt gewesen sein soll, dass sich das Wirtschaftsdepartement im Bundesrat erfolgreich für die geplante Lockerung der Kriegsmaterialexporte einsetzte.

Auf Anfrage der Redaktion CH Media bestätigte ein Swissmem-Sprecher, dass Brupbacher zur Wahl steht. Der Vorstand werde den neuen Direktor am 16. Oktober wählen. Die Findungskommission schlage dem Vorstand einzig Brupbacher zur Wahl vor. Beim Wirtschaftsdepartement erklärte ein Sprecher, man nehme zu personellen Gerüchten keine Stellung.