Der Spiegel spricht von «harschen Auflagen für die Flüchtlinge» und zitiert die Flüchtlingshilfe Schweiz, welche die Regelung als «rechtlich und humanitär unhaltbar» bezeichnet. Zwar sei dei Bewegungsfreiheit für Asylbewerber auch in Deutschland eingeschränkt. Aufenthaltsverbote für Freibäder gehörten aber nicht dazu.

Asylsuchende sollen sich prinzipiell frei bewegen dürfen, äussert sich Dan McNorten, Sprecher des Uno-Flüchtlingskommission UNHCR bereits am Mittwoch gegenüber der britischen BBC. «Sie sind legal in der Schweiz und haben kein Verbrechen begangen.» Es sei wichtig, Asylsuchende nicht zu stigmatisieren. «Wir sprechen hier über Kinder, Frauen und Männer, die oftmals vor Krieg und Verfolgung geflohen sind.» Es sei aber auch wichtig, dass Asylsuchende die Gesetze des Landes respektieren, in dem sie sich befinden.

Für die Schweiz als Uno-Standort schockierend

«Für die Schweiz als Uno-Standort ist eine solch offenkundige Diskriminierung, die Asylsuchende von der übrigen Gemeinde trennt, schockierend», meint Gerry Simpson von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch gegenüber dem arabischen Nachrichtennetzwerk Al-Dschasira

Die ARD berichtet in ihrer Tagesschau über die Ereignisse rund um das Asylzentrum Bremgarten. Die Kommentare dazu auf der ARD-Website sind mehrheitlich negativ: «Damit wird die Schweiz für mich so unattraktiv wie möglich», heisst es da etwa. «Die Schweiz macht es genau richtig», findet jedoch ein anderer User.

Der «Independent» berichtet von «drakonischen Einschränkungen» für die Asylsuchenden und vergleicht diese mit den Verhältnissen während des Apartheid-Regimes in Südafrika.

Den ausländischen Medien ist ebenfalls nicht entgangen, dass das Schweizer Stimmvolk vor wenigen Wochen an der Urne für ein verschärftes Asylgesetz gestimmt hat. Viele weisen in ihrer Berichterstattung aber auch auf die hohe Flüchtlingsdichte in der Schweiz hin: Auf 332 Einwohner kommt in der Schweiz ein Asylsuchender. Im restlichen Europa ist es einer pro 625. Ausserdem ist den ausländischen Medien ebenfalls nicht entgangen, dass sich das Schweizer Stimmvolk.

Die Stadt Bremgarten und das Bundesamt für Migration haben die Sperrzonen inzwischen klarer definiert. Es seien nie andere Sperrzonen als die Schul- und Sportanlagen vorgesehen, sagte Stadtammann Raymond Tellenbach am Donnerstag. Das Verbot gilt hier Wochentags zwischen 7 und 18 Uhr. Kirchen und Bibliotheken sind demnach für die Asylsuchenden nicht tabu. In Begleitung einer Betreungsperson hätten Asylsuchende jedoch Zutritt zu allen Zonen. (cze)