Gemeinde Obfelden
Schulhäuser werden mit Video überwacht

Sekundar- und Primarschule Obfelden wollen Vandalismus und Gewalt auf den Schularealen mit Video-Überwachung eindämmen. Ohne Gegenstimme genehmigte die Gemeindeversammlung die erforderlichen Reglemente und sprach sich auch für eine definitive Einführung der Schulsozialarbeit aus.

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Schulhäuser werden mit Video überwacht

Schulhäuser werden mit Video überwacht

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Werner Schneiter

Auf Abstellplätzen werden Velos beschädigt, Mauern mit Sprayereien überzogen. Es kommt zu Diebstählen, Mobbing und Gewalt. Die Schulpflegen sahen sich zum Handeln gezwungen, liessen auf dem Veloparkplatz im Schulhaus Chilefeld sowie beim Schulhaus Schlossächer (inzwischen veraltete) Videokameras, Bewegungsmelder installieren und die Areale besser beleuchten. Die Massnahmen reichten nicht aus, die Probleme blieben, wie die Präsidentinnen Annemarie Eberle (Sek) und Brigitte Brauchli (Primarschule) übereinstimmend betonten. Nach einer Übereinkunft im Jahr 2009 entschieden sich Sekundar- und Primarschulpflege für eine flächendeckende Video-Überwachung der Schulareale. Während in früheren Jahren eine Hinweistafel auf Kameraüberwachung ausreichte, genügt das heute den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr; das Bundesgericht übertrug die Entscheidung der Gemeindeversammlung. Und die sagte am Montag einstimmig Ja zu den erforderlichen Reglementen, die wegen des Datenschutzes eng gefasst sind. Innert 96 Stunden werden die Bilder gelöscht; nur ein bis zwei Personen haben Zugang zu den Bildern. Aber Polizei und Jugendanwaltschaft können eingeschaltet werden, es kann zu Strafanzeigen kommen. Drakonische Strafen drohen allerdings nicht: Das Absolvieren von Sozialtagen oder die Einweisung in ein Heim sind laut Annemarie Eberle mögliche Sanktionen gegen Jugendliche.

Definitive Einführung der
Schulsozialarbeit

Die Stimmberechtigten sagten auch Ja zur definitiven Einführung der Schulsozialarbeit, für die jährlich 80{FSPACE}000 Franken aufgewendet wird. Laut Susanna Forster, der neuen Präsidentin der Sek Obfelden-Ottenbach, deckt die Schulsozialarbeit diverse Bedürfnisse ab und kommt zum Zug, wenn sich Probleme in Schule und Elternhaus manifestieren, wenn Stellensuche, Mobbing, Suchtmittel, psychische Belastungen oder sexuelle Gewalt Thema sind. 98 Schülerinnen und Schüler, fast die Hälfte des Bestandes, nahm im vergangenen Jahr Schulsozialarbeit in Anspruch. Eine Umfrage bei Lehrkräften hat ergeben, dass sich das Klima in der Schule seither spürbar verbessert hat. Schulsozialarbeiter sind in diversen Arbeitsgruppen tätig und bezirksweit vernetzt.
Unbestritten auch die Einführung des kommunalen Personalrechts in der Sekundarschulgemeinde. Nach entsprechenden Infos durch Gisela Sulger Büel wurde auch der Entschädigungsverordnung zugestimmt.

Gute Rechnungsabschlüsse
Nachdem auch die Abrechnung über die Ersatzbeschaffung von Computern der Primarschule (Investition 307{FSPACE}000 Franken, Kostenüberschreitung 6 Prozent) keine Diskussion hervorrief, genehmigte die Versammlung auch die Jahresabschlüsse.
Dass auch hier niemand das Wort begehrte, ist nicht überraschend. Alle Behörden präsentierten erfreuliche Abschlüsse, die zur Hauptsache auf höhere Steuereinnahmen zurückzuführen sind: die Primarschule einen Überschuss von 640 000 Franken - dies bei einem budgetierten Aufwandüberschuss von 464 000 Franken. «Wir haben vieles aus dem Budget gestrichen, wir haben mehr Finanzausgleich erhalten und wesentlich mehr Steuereinnahmen», so begründete Mirjam Heinemann, die Finanzverwalterin der Primarschule, den positiven Abschluss. Und weil Aufträge günstiger vergeben werden konnten, schliesst die Investitionsrechnung mit 3,5 Mio. Franken besser ab als budgetiert (4,3 Mio. Franken). - Rita Marfurt rundete den Teil der Primarschule mit Infos über die 2. Etappe der Schlossächer-Sanierung ab. Sie kündigte den Bau einer Solaranlage auf Hallenbad- und Turnhallendach an. Nach ihren Worten rechnen sich die zusätzlichen Investitionen von 260 000 Franken. Und weil ab 2014 verboten, wird auch gleich das Lüftungssystem des Hallenbades erneuert. Kosten: 230 000 Franken.
Die Rechnung der Sek schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 106 000 Franken ab - dies bei einem budgetierten Aufwandüberschuss von 267 000 Franken. Das Eigenkapital beläuft sich auf 3,1 Mio. Franken.
Weil die Politische Gemeinde mit dem Jahresabschluss das einzige Geschäft präsentierte, oblag Thomas Ammann bei seiner ersten Versammlung als Gemeindepräsident lediglich die Begrüssung der 59 Stimmberechtigten. Finanzvorstand Christoph Kobel präsentiert ebenfalls einen guten Abschluss. Statt eines budgetierten Aufwandüberschusses von 489{FSPACE}000 Franken resultierte ein Gewinn von 622 000 Franken. Auch hier flossen die Steuern reichlicher als angenommen. Kobel rechnet allerdings mit künftig weniger rosigen Zeiten. Gut zu wissen, dass mit einem Eigenkapital von 10 Mio. Franken ein «Polster» vorhanden ist.
Ein ähnliches Bild herrscht auch bei der reformierten Kirche, wenngleich mit tieferen Zahlen. Diese Rechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 27 000 Franken ab. «Auch wir sind gut dotiert», so Gutsverwalter Alfred Häberling nach ein paar Erläuterungen. Erfreulich auch, dass die Glockensteuerung der reformierten Kirche nach einer Sanierung wieder einwandfrei funktioniert und Störungen beim Glockenschlag ausbleiben. Und die Kosten liegen gerade mal 600 Franken über dem bewilligten Kredit von 29 000 Franken.
Bei gelichteten Reihen lieferte schliesslich Hans Gebhard, Mitglied der Synode, Details zur neuen Kirchenordnung, ehe Präsident Frans Luttikhuis die Versammlung gegen 22 Uhr schliessen konnte.