Schweiz

Schwangere Frauen sind neu auf der Liste der besonders gefährdeten Personen

Obwohl sich die Lage nach den hohen Zahlen von letzter Woche wieder etwas entspannt hat, warnt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) davor, sich jetzt zurückzulehnen. Und nimmt unter anderem schwangere Frauen auf die Liste der besonders gefährdeten Personen auf.

(agl) Experten des Bundes informierten am Mittwoch über die aktuelle Lage der Coronapandemie. «Die Lage ist immer noch angespannt», sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung beim BAG. Aktuell befänden sich 45 Personen mit dem Coronavirus auf der Intensivstation, 32 würden beatmet. Man habe entschieden, schwangere Frauen ab sofort auf die Liste der besonders gefährdeten Personen aufzunehmen, so Mathys weiter. Der Grund sei, dass die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs bei ihnen leicht höher sei, wie neue Daten zeigten.

Ebenfalls ging Mathys an der Medienkonferenz auf die neue Risikoländer-Liste ein, die am Mittwoch publiziert wurde. Neu sind unter anderem auch Spanien und Rumänien drauf. Man habe sich zu Herzen genommen, dieses Mal eine gewisse Vorlaufzeit einzuplanen, bevor die neue Verordnung in Kraft tritt. «Rückreisende müssen ab Samstag 10 Tage in Quarantäne gehen», so Mathys. Es gebe jedoch keine Empfehlung dazu, jetzt sofort aus den Spanien-Ferien nach Hause zu kommen.

BAG setzt schwangere Frauen auf Risiko-Liste

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Wer am Samstag abreist, hat keinen Anspruch auf Erwerbsersatz

Wer ab Samstag aus Spanien in die Schweiz reist und in Quarantäne muss, hat gemäss Michael Schöll, Vizedirektor Bundesamt für Justiz, bei einem Arbeitsausfall Anspruch auf Erwerbsersatz. Bedingung ist, dass die Abreise zu einem Zeitpunkt erfolgte, als Spanien noch nicht auf der Liste stand. Anders sieht es aus, wenn jemand nach dem Samstag nach Spanien reist. Hier sei die Lage nicht rechtlich geklärt. «Man liest jedoch, dass sich viele Arbeitgeber kulant zeigen», so Schöll. Die Unternehmen wollten nicht, dass sie wegen einem Coronafall ganze Abteilungen schliessen müssen.

Sang-Il Kim, Leiter der Abteilung Digitale Transformation beim BAG, informierte am Mittwoch zudem über den Daten-Austausch zwischen Bund und Kantonen. Dieser soll künftig vereinheitlicht werden und automatisiert funktionieren. Aktuell sei man dabei, die Exportschnittstellen fertigzustellen, so Kim. Der Datenaustausch vom Contact Tracing zum Bundesamt für Gesundheit soll dann ab September gewährleistet sein. «Wir erhoffen uns dadurch viel mehr Informationen über die epidemiologische Lage».

Die SwissCovid-App wurde bisher 2,15 Millionen mal heruntergeladen. Damit sei man zufrieden, wolle aber noch mehr, so Kim. Im letzten Monat seien rund 10 Prozent der gesamten Ansteckungen in der Covid-App erfasst worden.

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