Flüchtlinge

Schweiz will Griechenland im Asylbereich stärker unterstützen

Flüchtlinge in einem Lager auf der griechischen Insel Lesbos. Die Schweiz will Griechenland stärker unterstützen. (Archivbild)

Flüchtlinge in einem Lager auf der griechischen Insel Lesbos. Die Schweiz will Griechenland stärker unterstützen. (Archivbild)

Über 100'000 Flüchtlinge und Migranten halten sich in Griechenland auf. Sie leben teils unter prekären Bedingungen. Die Schweiz will Griechenland nun stärker unterstützen. Das haben Vertreter beider Länder in Athen vereinbart.

Staatssekretär Mario Gattiker hat am Montag an einem Treffen mit dem griechischen Migrationsminister Notis Mitarakis vereinbart, dass die Schweiz die Unterstützung weiterführt und ausbaut, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) mitteilte.

Beide Länder wollen gemeinsam Vorschläge für Massnahmen erarbeiten. Diese sollen auch dazu beitragen, dass die griechischen Behörden das Migrationsmanagement verbessern können.

Experten und Medikamente

Denkbar sind laut dem SEM etwa die Entsendung zusätzlicher Experten, welche die Registrierung und Identifizierung der Asylsuchenden sowie die Umsetzung der neuen Asylverfahren und die Überwachung und Verwaltung der griechischen Grenze unterstützen. Geprüft werden sollen auch ergänzende Massnahmen in der humanitären Hilfe.

Die Schweiz hat Griechenland seit 2015 mit Massnahmen im Umfang von rund sieben Millionen Franken unterstützt. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) versorgte beispielsweise Aufnahmezentren auf den griechischen Inseln mit Zelten, Betten, Decken und Medikamenten.

Sie finanziert auch Projekte zur Familienzusammenführung und zur Betreuung besonders verletzlicher Asylsuchender und unbegleiteter Minderjähriger. Die Eidgenössische Zollverwaltung stellt regelmässig Experten für Frontex-Einsätze zur Verfügung.

Unbegleitete Minderjährige unterbringen

Das SEM wiederum hat sich in Projekten für die freiwillige Rückkehr von Migrantinnen und Migranten engagiert. Zudem unterstützt es die Nichtregierungsorganisation Zeuxis, die ein Tageszentrum für Familien und ein Aufnahmezentrum für unbegleitete Mädchen in der Nähe Athens betreibt.

Zeuxis plant laut dem SEM ein zweites Zentrum für unbegleitete Knaben. Staatssekretär Gattiker werde am Dienstag eine neue Vereinbarung mit Zeuxis unterzeichnen, heisst es in der Mitteilung.

Zudem habe das SEM angeboten, die Aufnahme von unbegleiteten Minderjährigen aus Griechenland im Rahmen des Dublin-Systems zu prüfen, sofern familiäre Verbindungen in die Schweiz bestünden. Dies hatte bereits Justizministerin Keller-Sutter angekündigt.

579 Personen aufgenommen

Im Rahmen des Relocation-Programms der EU hat die Schweiz laut dem SEM auf freiwilliger Basis seit 2015 insgesamt 579 Asylsuchende aus Griechenland aufgenommen. In dem Land halten sich mehr als 110'000 Migranten und Flüchtlinge auf, mehrere Zehntausend von ihnen auf Lesbos und anderen Inseln.

Die Registrierung und Unterbringung der Asylsuchenden sowie die Behandlung der Asylgesuche stelle die griechischen Behörden vor grosse Herausforderungen, hält das SEM fest. Vor diesem Hintergrund sei die Schweiz bereit, ihre Unterstützung zu verstärken.

Keller-Sutter habe die Europäische Kommission zudem mit Nachdruck aufgefordert, angesichts der schwierigen humanitären Lage einen Aktionsplan für Griechenland zu entwickeln.

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