2018 seien bei der Blindgängermeldezentrale der Armee 631 Meldungen eingegangen. Diese führten zur Beseitigung von 2128 Objekten. Knapp 17 Prozent davon seien effektiv Blindgänger gewesen, teilte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit.

Während die Anzahl der Meldungen in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben ist, hat die Zahl der beseitigten Blindgänger in den letzten zwei Jahren zugenommen. Das VBS nennt als mögliche Ursachen dafür die milden Wetterbedingungen, die mehr Outdoor-Tätigkeiten und mehr Munitionsfunde zur Folge hätten. Aufgrund der Gletscherschmelze kämen zudem Munitionsrückstände zum Vorschein.

Mehr als zwei Drittel der Meldungen (78 Prozent) gingen von Zivilpersonen, 12 Prozent von Truppen und zehn Prozent von der Polizei ein. Am häufigsten gemeldet wurden dabei Funde aus den Kantonen Bern (69 Funde), Graubünden (41), St. Gallen (41) und Wallis (38).

Bei Aufräumarbeiten auf Schiessplätzen und in Zielgebieten der Schweizer Armee wurden zudem im vergangenen Jahr bei vier Räumungsaktionen 33 Tonnen Munitionsschrott abgeführt und 66 Blindgänger beseitigt.

Prämie für Meldungen

Das VBS hält fest, wer auf ein verdächtiges Objekt stösst, solle es keinesfalls berühren, sondern das Objekt im Gelände gut sichtbar markieren und die Polizei über die Telefonnummer 117 verständigen. Der Fund kann auch via Formular unter www.armee.ch/blindgaenger der Blindgängermeldezentrale gemeldet werden. Es gibt zudem eine kostenlose Blindgänger-App.

Privatpersonen, die einen Blindgänger melden, kann eine Prämie von bis zu 100 Franken ausgerichtet werden, wenn durch die Meldung ein Unfall verhütet werden kann. 2018 wurden dafür 9650 Franken ausbezahlt.