Bisher hat der Nachrichtendienst 73 Reisen registriert. Seit Jahresbeginn seinen allerdings keine neuen Abreisen dazugekommen, sagte NDB-Chef Markus Seiler am Montag bei der Präsentation des Jahresberichtes vor den Medien in Bern. Der Plafond könnte also erreicht sein. In die Schweiz zurückgekehrt sind bisher 12 Personen. In allen Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet.

Die Datensammlung des "Islamischen Staates" (IS), die im März durch ein Leck öffentlich wurde, brachte dem Nachrichtendienst laut Seiler kaum neue Erkenntnisse. Sie enthielt die Namen von sechs Personen mit Bezug zur Schweiz, die dem NDB bereits bekannt waren.

Bundesrat Parmelin über die Terrorbedrohung in der Schweiz

Bundesrat Parmelin über die Terrorbedrohung in der Schweiz

Bundesrat Guy Parmelin äussert sich zur aktuellen Terrorbedrohung in der Schweiz. Die Anschläge in Paris und Brüssel haben die Gefahr des Terrors auch in der Schweiz erhöht. Parmelin bestätigt das Risiko bei Grossanlässen wie der Tour de France oder der EM.

Nach den Anschlägen von Paris und Brüssel geht Seiler von einer permanent erhöhten Bedrohung aus. Radikalisierte gewaltbereite Personen könnten auch in der Schweiz zur Tat schreiten, sagte er. Die Schweiz sei allerdings keines der primären Ziele dschihadistischer Terrororganisationen.

NDB-Chef bestätigt: Die Schweiz kann Dschihadisten nur punktuell überwachen

NDB-Chef bestätigt: Die Schweiz kann Dschihadisten nur punktuell überwachen

Der Nachrichtendienst des Bundes stellt den neuen Sicherheitsbericht 2016 vor. Nach den Anschlägen in Brüssel und Paris ist auch in der Schweiz die Terrorgefahr erhöht. Markus Seiler, Direktor des Nachrichtendienstes bestätigt, Dschihadisten in der Schweiz nicht vollumfänglich überwachen zu können.

Neben dem Terrorismus beschäftigt den Nachrichtendienst weiterhin die Spionage. Für das Thema will der NDB auch Unternehmen und Hochschulen sensibilisieren. Im Rahmen des Präventions- und Sensibilisierungsptrogramms Prophylax hat er einen Kurzfilm produzieren lassen, der das mögliche Vorgehen von Spionen vor Augen führt.

Dschihadreisende Schweiz seit 2001 (Stand: April 2016) / Quelle: ZVG/VBS