Kaum Reaktion

Selbsternannter Kinderporno-Jäger kritisiert Behörden

Auf Kinderporno-Jagd im Internet: So will Stephan Studer den Betreibern von Pädo-Sites das Handwerk legen.

Auf Kinderporno-Jagd im Internet: So will Stephan Studer den Betreibern von Pädo-Sites das Handwerk legen.

Stephan Studer sucht im Internet regelmässig kinderpornografische Inhalte. Er ist nicht pädophil, im Gegenteil: Er will die Bilder und Videos bei den Behörden melden. Jetzt wirft er diesen vor, nicht oder nur langsam zu reagieren.

Pornografische Bilder mit Kindern oder Babys – was Stephan Studer im Internet findet, sei «weit unter der Gürtellinie». Das macht ihn «steihässig».

Deshalb meldet er die illegalen Inhalte jeweils der Schweizerischen Koordinationsstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität, kurz: Kobik. Er weiss, dass er sich mit seiner selbstauferlegten Aufgabe in einer Grauzone bewegt, doch das kümmert ihn kaum. Sein Ziel: Den Kinderporno-Händlern das Handwerk zu legen, wie er selbst sagt.

20 Fälle hat Studer bereits gemeldet – passiert sei darauf so gut wie nichts. «Auf sehr wenige Hinweise habe ich bisher Antwort bekommen», sagt der Kinderporno-Jäger gegenüber Tele M1.

Aussichtsloser Einzel-Kampf

Ein Katz- und Maus-Spiel sei der Kampf gegen die Internet-Kinderpornografie, sagt IT-Spezialist Andy Russ. Die IP-Adressen von Kinderporno-Sites seien meist im Ausland registriert, für die Behörden sei es so schwierig, die Betreiber ausfindig zu machen. 

Deshalb sei das Engagement von Stephan Studer so gut wie aussichtslos. «Hier müssen die Provider zusammenstehen, aber das ist eine schwierige Sache angesichts des Aufbaus des heutigen Internets», so Russ.

1400 Fälle von Kinderpornografie im Internet werden der Kobik jährlich gemeldet. Oft werden Konsumenten bestraft, Anbieter dagegen nur selten.

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