Peter Belart

Anlässlich der Sommer-Gemeindeversammlung vom 5. Juni kam das Thema aufs Tapet. Schulpflegepräsident Patrik Marty skizzierte die «prekäre Raumsituation an unserer Schule». Er wies in seinem Votum darauf hin, dass die Lektionenzahl im kommenden Schuljahr weiter steigen dürfte und deshalb ein Schulpavillon aufgestellt werden müsse.

Für Birrhard ist das kein neuer Gedanke, denn bis im Jahr 2005 stand auf dem Pausenplatz - an gleicher Stelle - bereits ein Container, der damals dem FC Windisch auf dessen Kosten überlassen wurde. Danach hat die Gemeinde den Pavillon-Standplatz wieder instand gestellt. Die notwendigen Anschlüsse würden sich nötigenfalls aber leicht wieder aktivieren lassen.

Die Situation ist «nicht ideal»

An jener Gemeindeversammlung räumte Vizeammann Hanspeter Zweifel ein, dass die momentane Raumsituation «gewiss nicht ideal» sei. Die Ausgangslage sei aber durchaus ausreichend. Als Sofortlösung schlug er vor, in einem grossen Schulzimmer eine Trennwand einzubauen. Damit gewänne man einen Gruppenraum, und das Schulzimmer habe trotzdem noch eine vertretbare Grösse. Ausserdem stellte Zweifel schon mittelfristig wieder einen Rückgang der Schülerzahlen in Aussicht.

Bei der Abstimmung mochte aber eine grosse Mehrheit dieser Argumentation nicht folgen. Mit 73 zu 24 Stimmen forderten die anwesenden Stimmberechtigten den Gemeinderat auf, das Problem vertiefter zu studieren und bei nächster Gelegenheit der Gemeindeversammlung einen entsprechenden Kreditantrag zu unterbreiten. Dies geschieht nun morgen Freitag anlässlich einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung.

Unveränderte Positionen

In seinem Bericht zur Vorlage bekräftigt der Gemeinderat seine Ansicht, wonach die Raumverhältnisse «zwar in einzelnen Bereichen (Werken) nicht ideal sind, fürs kommende Schuljahr, aber durchaus genügen». Er erklärt seine in der Vergangenheit abwartende Haltung mit den Fragen und Unsicherheiten, die sich durch das damals diskutierte Bildungskleeblatt ergaben.

Die Schulpflege beharrt ebenfalls auf ihrer Haltung, wie aus einem von ihr verfassten Flugblatt ersichtlich wird. Sie listet darin fünf Gründe auf, die ihrer Meinung nach einen zusätzlichen Schulraum erforderlich machen. Unter anderem beschreibt sie den Ist-Zustand: Der Werkunterricht finde im Luftschutzkeller, das Fach Textiles Werken auf der Bühne in der Turnhalle statt. Ferner hält die Schulpflege fest, das Raumproblem könne mit einer verbesserten Stundenplan-Organisation nicht gelöst werden.

Die von der Schulpflege vorgestellte Entwicklung der Schüler- und der Lektionenzahl bis ins Schuljahr 2013/2014 bestätigt auf der andern Seite die gemeinderätliche Aussage: die Kurvenspitze wird im Schuljahr 2010/2011 erreicht. Danach gehen die Zahlen wieder auf das letztjährige Niveau zurück. Selbstverständlich sind solche Aussagen immer mit gewissen Unwägbarkeiten behaftet. So kann im Moment niemand mit Gewissheit sagen, wie sich Birrhard bezüglich Einwohnerzahl entwickeln wird. Auch die Frage, ob das sechste Schuljahr der Primarschule zugeschlagen wird, kann noch niemand beantworten. Trotzdem resümiert die Schulpflege ihre Haltung wie folgt: «Auf dem Schulhausplatz ist ein Pavillon zu erstellen. Aus heutiger Sicht handelt es sich dabei um ein Provisorium.»

Fünf Varianten

Der Gemeinderat hat ein externes Ingenieurbüro damit beauftragt, Offerten und Standorte für denkbare Lösungen vorzulegen. Was den möglichen Standort betrifft, sind sich die Parteien einig: eben dort, wo bis ins Jahr 2005 schon einmal ein Pavillon stand.

Die erarbeiteten Offerten weisen alle einen recht hohen Investitionsbedarf aus: Miete eines Occasions-Containers für 24 Monate: 103 350 Franken; Miete eines Occasions-Containers für 36 Monate: 123 700 Franken; Kauf eines Occasions-Containers: 120 100 Franken; Miete eines Neu-Containers für 36 Monate: 124 700 Franken; Kauf eines Neu-Containers: 135 500 Franken. (Im letzten Fall stellt die Vorlage einen Wiederverkaufswert von 50 000 Franken in Aussicht.)

Der Gemeinderat beantragt also, «auf einen Verpflichtungskredit für das Erstellen eines Schulraumprovisoriums zu verzichten». Und die Stimmberechtigten haben die Wahl zwischen dem gegenwärtigen Provisorium und einem möglichen Bau- Provisorium. Dies alles in einer Gemeinde, die aufgrund ihrer Finanzlage sehr sorgsam mit den vorhandenen Mitteln umgehen muss.