Dreist

Solariumverband preist künstlichen Sonnenschein als Grippe-Mittel an

Umstritten: Schützen Solariengänge vor Grippe?

Umstritten: Schützen Solariengänge vor Grippe?

Trotz kaltem, grauen Wetter: Die Solariumbesitzer scheinen nicht zufrieden mit ihren Umsätzen. Nun geht der Verband in die Offensive und verspricht: Sonnenschein-Vitamine verhindern Grippe-Epidemien.

In den Wintermonaten ist Sonne ein knappes Gut. Damit sinkt auch der Vitamin D-Spiegel der Menschen. Dieser Fakt ist eigentlich weitgehend bekannt. Nun will eine neue Studie aus Norwegen aufzeigen, dass die Vitamin D-Versorgung ein Ausschlag gebender Faktor für den Ausbruch und Verlauf von Grippe-Epidemien ist. Das heisst: Je mehr Sonne, desto kleiner das Risiko an Grippe zu erkranken.

Die neue Studie ist ein gefundenes Fressen für den Photomed Solarium Verband Schweiz, der diese in seiner neusten Mitteilung erwähnt. Die Botschaft ist eindeutig: Gehen sie ins Solarium, dann werden sie nicht krank.

Falscher Ort um Vitamin zu tanken

Beat Gerber, Leiter Optische Strahlung beim Bundesamt für Gesundheit, hält die Mitteilung für problematisch: «Das Solarium ist sicher der falsche Ort, um Vitamin D zu generieren.» Denn im Sonnenstudie sei es vor allem UVA-Strahlung, die auf die Haut komme und diese hätte mit dem Vitamin D-Haushalt überhaupt nichts zu tun.

«Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass das Sonnenschein-Vitamin D das Immunsystem stärkt - aber auch dies wurde von der Wissenschaft nicht erwiesen», so der Experte. Auch die norwegische Studie ändere daran nichts.

Sein Rat: Wer im Winter sein Vitamin-D-Defizit beheben will, gleicht dieses durch die Einnahme von Tabletten oder Tropfen aus. «Diese sind vergleichsweise günstig und bringen nicht all die Nachteile mit, die Solarien beinhalten.» (jep)

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