Coronavirus

Sozialhilfebezüger sollen die Maske nicht selber zahlen müssen

Masken im öV gehen bei armen Familien schnell ins Geld.

Masken im öV gehen bei armen Familien schnell ins Geld.

Für Menschen mit wenig Geld sind Gesichtsmasken teuer. Nun wird die Forderung nach Unterstützung für Bezüger von Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen laut. Zudem gibt die Caritas gratis Masken ab.

(wap) In einem am Montag publizierten offenen Brief an die Schweizer Sozialdirektorenkonferenz fordert der Verein «Avenir 50 Plus» eine monatliche Pauschale für Personen, die Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beziehen. Die Betroffenen müssten sonst beim Essen sparen, was sich nicht gut auf deren Gesundheit auswirke. Auch die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) machte bereits am Freitag laut einer Mitteilung auf ihrer Homepage auf die schwierige Situation aufmerksam. Sie empfiehlt, dass die Auslagen für Masken als «situationsbedingte Leistungen» gesondert vergütet würden, damit der Grundbedarf unangetastet bleibe.

Erste Kantone haben bereits reagiert. Wie Radio SRF am Montag meldet, verkauft der Kanton Genf Bedürftigen verbilligte Masken für 50 Rappen pro Stück. Bei Detailhändlern oder im Internet kosten diese in der Regel zwischen 60 bis 70 Rappen. Oder sind sogar noch teurer. Der Kanton Jura gibt darum ab sofort Gratismasken an Personen ab, die Anspruch auf Verbilligung der Krankenkassenprämie haben.

Hilfe gibt es seit dieser Woche auch von Hilfswerken. So gibt neu etwa Caritas in ihren Läden Gratis-Masken ab. In der Sozialhilfe rechne man für Gesundheitsvorsorge mit Ausgaben von 40 Franken pro Monat. Doch für eine Familie mit zwei Kindern über zwölf Jahren, deren Mitglieder alle pendeln müssten, kämen wegen der Maskenpflicht nun quasi über Nacht gegen 120 Franken pro Monat zusätzliche Ausgaben zusammen. «Dieser Betrag muss infolgedessen irgendwo sonst eingespart werden», sagte Caritas-Sprecher Stefan Gribi zu SRF. Diese Kosten müssten dann andernorts – etwa beim Essen oder bei der Bekleidung – eingespart werden. Stefan Gribi: «Das sind wirklich Fragen, die ins Gewicht fallen.»

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