Photovoltaik

Späte Freude über das Solarzellen-Dach

Gegenstand von Rendite-Diskussionen: Solarzellen in Niedergösgen. (Adriana Gubler)

Solarzellen in Niedergösgen

Gegenstand von Rendite-Diskussionen: Solarzellen in Niedergösgen. (Adriana Gubler)

Die Photovoltaikanlage auf der Niedergösger Mehrzweckhalle produziert jetzt Strom. Sie war umstritten.

Adriana Gubler

19 Uhr, bewölkt: 1,38 Kilowatt Leistung und 4979 Kilowattstunden Ertrag zeigt der Kasten im Eingang der Mehrzweckhalle Inseli in Niedergösgen an. Die Solaranlage produziert Strom - am Donnerstagabend konnten der Bau der Photovoltaikanlage und die Sanierung der Halle endgültig abgeschlossen werden.

Gemeindepräsident «jetzt froh»

Um diesen Akt zu symbolisieren, spielte Beat von Arx vom verantwortlichen Architekturbüro dem Vize-Gemeindepräsidenten Kurt Gisi einen Ball zu: «Der Ball wurde mir vor fünf Jahren bei Beginn der Sanierung zugespielt, jetzt gebe ich ihn zurück.» Gisi räumte ein, dass er zu Beginn kein Befürworter der Photovoltaikanlage war. «Ich bin nun aber froh, dass sich meine Bedenken nicht bewahrheitet haben.»

Der Gemeinderat hatte sich nur knapp dafür entschieden, das Projekt dem Souverän zu unterbreiten. Die Gemeindeversammlung diskutierte lange über die Rendite, 37 von 65 Stimmbürgern sprachen sich schliesslich dafür aus.

Toni Hagmann, der Präsident der Spezialkommission MZH-Sanierung, setzte sich von Beginn weg für die Solaranlage auf dem Dach der Halle ein. Nicht ohne Stolz präsentierte er die markanten Zahlen der Anlage: Mehr als die Hälfte des 700 Quadratmeter grossen Daches, 53%, wurden mit Solarfolien versehen. Jährlich wird die Anlage über 16 000 Kilowattstunden produzieren, das deckt den durchschnittlichen jährlichen Bedarf von drei Haushaltungen. Für rund 15 000 Franken wird jährlich Strom ins Netz eingespeist und damit der Gemeinde Niedergösgen vergütet. «In 16 Jahren sollte die Anlage folglich amortisiert sein», führt Hagmann aus.

Sogar etwas günstiger

Die Schlussrechnung endete mit rund 6000 Franken weniger, als es der Kostenvoranschlag vorgesehen hatte. Rund 180 000 Franken wendete die Einwohnergemeinde für den Bau der Anlage auf.

Um 19.45 Uhr, nach Übergabe des symbolischen Balls, bei bewölktem Wetter und Regen produziert die Anlage laut Anzeigekasten noch immer Strom: 1,24 Kilowatt, 4980 Kilowattstunden.

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