Diese Kritik äusserte der Verband am Dienstag anlässlich seiner Jahres-Medienkonferenz. Die Situation bei den ambulanten Tarifen, besonders beim Tarmed-Ärztetarif, bezeichnet H+ als "verfahren". Der Verband kritisierte erneut die beiden Eingriffe des Bundesrats in den Tarmed in den Jahren 2014 und 2017.

Einseitige Eingriffe des Bundes seien für die Tarifpartnerschaft hinderlich, schreibt er in einer Medienmitteilung. Denn während sich die Tarifpartner gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG) an betriebswirtschaftliche Prinzipien halten müssten, könne der Bundesrat bei seinen Tarifeingriffen auch politische Motive einfliessen lassen.

Dies werde künftig dazu führen, dass sich die Tarifpartner vernünftigerweise aus betriebswirtschaftlichen Tarifberechnungen zurückzögen, wenn das Ergebnis nicht passe, und versuchen, über politischen Druck die Ziele zu erreichen.

Die Stärkung einer effizienten Medizin kann aus Sicht des Verbands nur durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und einer Totalrevision des KVG-Tarifrechts erreicht werden. Im Vordergrund müsse die Abschaffung der bestehenden Veto-Möglichkeiten stehen.

Für eine einheitliche Finanzierung

Zusätzlich müsse auch die Finanzierung von ambulanten Leistungen überdacht werden. Mit einer einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (EFAS) könnten auch Fehlanreize im System und die Blockade in der Tarifkrise überwunden werden, ist H+ überzeugt.

Dies bedinge jedoch, dass die Kantone sich bereit erklärten, auch bei den ambulanten Leistungen mitzubezahlen, so wie sie es heute schon bei den stationären Behandlungen täten.

H+ bemängelt schliesslich, dass die derzeitige Kostendiskussion auf rein finanzielle Einschränkungen statt auf medizinische Anreize abziele. Die Finanzierung des Gesundheitssystems müsse jedoch so ausgestaltet sein, dass die Medizin im Vordergrund stehe. Nur so lasse sich ein qualitativ hochstehendes Gesundheitssystem aufrecht erhalten, in dem der Patient im Fokus stehe.