Fernsehen

SRF testet schwedische Erfolgssendung: Was erwartet die Zuschauer in der neuen Spielshow?

På Spåret-Schiedsrichter Fredrik Lindström (l.) und Moderator Kristian Luuk.

På Spåret-Schiedsrichter Fredrik Lindström (l.) und Moderator Kristian Luuk.

Die Unterhaltungsabteilung des Schweizer Fernsehens geht auf Reisen. Ziel des Ausfluges: das Studio des schwedischen Staatsfernsehens in Göteborg. Was das SRF dort vorhat.

Das SRF hat offenbar eine neue Spielshow im Visier. Nächsten Mittwoch wird in den Studios des schwedischen Fernsehens, SVT, eine Mundart-Pilotsendung einer Erfolgsshow eingespielt. Gegenüber der Redaktion «CH Media» bestätigt SVT die Zusammenarbeit. Über Auslandschweizer-Vereine suchte SRF Mundartversteher fürs Publikum und verriet: «SRF kommt mit Schweizer Moderatoren und Kandidaten nach Göteborg».

Wer moderiert und wer die Kandidaten sind, will man am Leutschenbach nicht preisgeben. Die Zuschauer werden zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Unterhaltungschefs haben es auf die schwedische Dauererfolgssendung «på Spåret» abgesehen. Es handelt sich dabei um ein Uralt-Format, das sich in Schweden nicht totzulaufen scheint.

Premiere im Jahr 1987

Nur ungern geben die Schweden seine Traditionen auf – und eine solche ist die Sendung «på Spåret» (Auf dem Gleis). Seit Ende der 80er-Jahre sind 291 Folgen gesendet worden. Trotz Youtube und Netflix stirbt die eher langweilige und altbackene Sendung nicht aus. In der Saison 2017/18 haben pro Ausstrahlung 2,5 Millionen Zuschauer vor dem TV gesessen, wie SVT auf Anfrage mitteilt. Dies entspricht einem beängstigenden Marktanteil von rund 64 Prozent.

Der Zuschauerschnitt ist heute besser als vor zehn Jahren. Damit trotzt die Sendung den Gesetzten im modernen TV-Geschäft. Hat das SRF das Zuschauer-Perpetuum-Mobile im hohen Norden gefunden? Eine Unterhaltungssendung, die dem Absinken des Echtzeit-TVs in die mediale Bedeutungslosigkeit die Stirn bietet?

Im deutschsprachigen Raum hat «Wetten, dass ...» Generationen geprägt – und sich beim Versuch, das Spektakel immer höher zu treiben, verkalkuliert. Anders die Schweden mit ihrem 80er-Jahre-Format: da wird ganz unspektakulär Zug gefahren und gerätselt.

Ausschnitt aus der schwedischen Erfolgs-Spielshow «på Spåret».

Die Schweden lieben nicht enden wollende Rätselsendungen in Radio und TV. Die Sendung rund ums Zugfahren, Städte- und Rätselraten wurde im analogen TV-Zeitalter entwickelt und bis heute am Leben erhalten. Als Erfolgsfaktoren nennt SVT: «Die Sendung bietet eine moderne und lustige Art der Volksbildung für die ganze Familie».

Nicht allen scheit diese Art der Unterhaltung zu gefallen, denn die Übernahme des Programms durch das norwegische Fernsehen ist nach nur einem Jahr gescheitert. Die Schweden aber sind vernarrt in dieses Programm, das immer wieder Zugstrecken aus der Lokführer-Perspektive zeigt.

Wie es nach der Aufzeichnung der Testsendung weitergeht, sei noch nicht entschieden, lässt das SRF ausrichten. «Es bleibt völlig offen, ob wir das Projekt weiterverfolgen und die Sendung je in der Schweiz zu sehen sein wird.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1