Mit der Individualbesteuerung solle das Problem der Ungleichbehandlung verheirateter und in Konkubinat lebender Paare langfristig gelöst werden, betonten die Befürworter des Vorstosses aus dem linken Lager sowie der FDP.

Die im Jahr 2008 in Kraft getretenen Sofortmassnahmen zur Beseitigung der "Heiratsstrafe" habe zwar das Problem der höheren Besteuerung von Ehepaaren markant reduziert, doch gebe es nach wie vor Paare, die benachteiligt würden.

Weiter müsse das Steuersystem den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen. Bei den heute vielfältigen Lebensmuster dürfe es für die Besteuerung keinen Unterschied mehr machen, ob jemand verheiratet ist oder im Konkubinat lebt.

Die Kommissionsmehrheit trat für die Ablehnung der Motion ein. Derzeit sei ein Systemwechsel nicht mehrheitsfähig. Die Befürworter und Gegner der Individualbesteuerung hielten sich derzeit die Waage.

Ins gleiche Horn stiess Finanzminister Hans-Rudolf Merz: Er habe zwar nichts gegen die Motion, doch er habe Mühe, den politischen Willen des Parlaments zu erkennen. Sowohl Anhänger der Individualbesteuerung wie auch solche der Ehepaarbesteuerung mit Splitting-Modellen hätten mehrfach Vorstösse eingereicht.

Weiter befürwortete der Ständerat Standesinitiativen aus den Kantonen Zürich, Basel-Stadt sowie Bern. Diese fordern ebenfalls die Einführung der Individualbesteuerung. Sie kommen nun in den Nationalrat.