Vorbehalt

Star-Ökonom zum Grundeinkommen: «Halb Afrika wird kommen wollen»

Der Münchner Ökonom Hans-Werner Sinn.

Der Münchner Ökonom Hans-Werner Sinn.

Deutschlands bekanntester Ökonom, Hans-Werner Sinn, hat grosse Vorbehalte gegenüber dem bedingungslosen Grundeinkommen, über das die Schweiz am 5. Juni abstimmt.

Im Interview mit der Zeitung „Schweiz am Sonntag“ sagt der Ökonom Hans-Werner Sinn, es handle sich um eine „interessante Idee“. Nur: „Wenn die Schweiz dann noch die Grenzen aufmacht, wird halb Afrika kommen wollen.“

Sinn kritisiert ferner die Nationalbank. Sie habe mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses „einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit verspielt“. Die Folge: Die SNB könne keinen neuen Mindestkurs mehr einführen.

„Es ist ihr heute nur noch möglich, versteckt zu intervenieren, ohne klare Ziele vorzugeben“, sagt Deutschlands meistzitierter Ökonom. Sinn äussert sich in der „Schweiz am Sonntag“ auch zu den wirtschaftlichen Folgen des Flüchtlingszustroms nach Europa. Jeder Flüchtling koste Deutschland 450‘000 Euro, sagt er. Diese Ausgaben würde auch die nachfolgende Generation der heutigen Flüchtlinge nicht mehr einspielen.

Die Zuwanderung mache einzig die Reichen in Deutschland reicher, die unteren Schichten würden verlieren. Die Schweiz lobt Sinn diesbezüglich, weil sie den Flüchtlingen keine Anreize in den Sozialstaat setze. Dadurch ziehe die Schweiz mehr hochqualifizierte Immigranten an.

Sinn befürwortet Grenzkontrollen und Zäune: „Diese haben vielen Menschen das Leben gerettet, weil sie sie von der lebensgefährlichen Flucht abhalten“, argumentiert er.

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