Social Media

SVP-Politikerin Natalie Rickli wehrt sich gegen Hetzer auf Facebook

«Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, das Strafgesetzbuch gilt auch hier»: Natalie Rickli.

«Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, das Strafgesetzbuch gilt auch hier»: Natalie Rickli.

Natalie Rickli (38) ist Social-Media-Politikerin der ersten Stunde. Doch nun beklagt sie sich über zunehmende Diffamierungen und Persönlichkeitsverletzungen.

Die Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli wird auf Facebook beleidigt und bedroht. Nun geht sie gegen die Hetzer vor, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet.

«Und wenn du dumme Nutte einmal von einem Schweizer vergewaltigt wirst, kannst du ja Promotion machen alle kastrieren zu lassen. Dumme Hure», schrieb Nutzer Klemens Klemi, nachdem Rickli sich auf Facebook zur Vergewaltigung von Emmen so geäussert hatte: «Das tut mir so leid!!! (…) Und ich hoffe, dass Täter schnell gefasst und entsprechend verurteilt wird! (…) Aber ob Schweizer oder Ausländer: Der Staat muss dafür schauen, dass dieser Täter kein zweites solches Delikt begehen kann! (…)»

Zunehmend kommt es auch vor, dass private Personen oder Facebook-Gruppen wie «Die Super-Schweizer» oder «Perlen aus Blocheristan» die SVP-Nationalrätin aufs Übelste beleidigen – zum Teil sogar mit gefälschten Profilen. «Kritik von realen Personen ist selbstverständlich erlaubt, und Diskussionen sind in unserer Demokratie erwünscht. Man kann mich auch eine doofe Kuh finden, aber warum die Leute mich oder sich untereinander beschimpfen, beleidigen und bedrohen, verstehe ich nicht», sagt Rickli.

Die Winterthurerin sagt, sie habe teilweise mehrere hundert Kommentare auf einen Post und könne darum schon aus zeitlichen Gründen nicht alles lesen, sagt Rickli. Aber in den letzten Monaten hätten die Reaktionen massiv zugenommen. «Ich muss an die Eigenverantwortung der User appellieren: Es ist jeder selbst verantwortlich für seine Texte.» Im Fall von Klemens Klemi prüft sie nun eine Anzeige.

«Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, und das Strafgesetzbuch gilt auch hier!», sagt sie zur „Schweiz am Sonntag“. Nach eigenen Angaben erreicht sie gemäss Facebook-Statistik oftmals zwischen 40 000 und 80 000 Leser. Den Post zum «Vergewaltigungsopfer von Emmen» haben 250 000 User gesehen. Keine andere Politikerin in der Schweiz erreicht solche Reichweiten.

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