Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte des Kantons Wallis, dass ein amtierender Regierungsrat abgewählt worden ist. Bereits im ersten Wahlgang am 5. März war Freysinger von den Wählerinnen und Wählern abgestraft worden und auf den sechsten Platz verwiesen worden.

Kein Platz für Oskar Freysinger in der Walliser Regierung

Kein Platz für Oskar Freysinger in der Walliser Regierung

Oskar Freysinger hat die Wiederwahl in die Walliser Regierung um 2000 Stimmen verpasst. Sein Sitz ging an den FDP-Neuling Frédéric Favre. Die Walliser SVP-Wähler und Kampagnenleiter sind enttäuscht.

Der 57-jährige SVP-Staatsrat musste also um seine Wiederwahl zittern. Es wurde am Sonntag beim zweiten Wahlgang denn auch ein eigentlicher Krimi: Anfänglich lag Freysinger noch auf dem fünften Platz, doch je mehr Unterwalliser Gemeinden ausgezählt waren, desto weiter rutschte der vor vier Jahren als bester Kandidat in die Walliser Regierung gewählte Freysinger nach hinten.

Walliser Staatsräte gewählt: Favre gewinnt, Freysinger verliert

Walliser Staatsräte gewählt: Favre gewinnt, Freysinger verliert

Der Politneuling Frédéric Favre (FDP) ist die Überraschung der Walliser Staatsratswahlen. Nach 4 Jahren erhält die FDP wieder einen Sitz in der Walliser Regierung. Frédéric Favre und René Constantin, Präsident der Walliser FDP, freuen sich über den Sieg.

Wahl um 2000 Stimmen verpasst

Als schliesslich die letzten Resultate aus dem Hauptort Sitten eintrafen, war die Sensation perfekt: Freysinger wurde mit 42'520 Stimmen nur sechster und verpasste die Wahl um gut 2000 Stimmen. Der 57-Jährige fliegt somit nach vier Jahren aus der Walliser Regierung.

Die neue Kantonsregierung wird in der nächsten Legislatur wieder aus drei CVP-, einer SP- und einer FDP-Vertretung bestehen. Mit den besten Resultaten gewählt wurde das CVP-Trio: Roberto Schmidt (neu) erhielt 59'616 Stimmen, Jacques Melly (bisher) 57'582 Stimmen und Christophe Darbellay (neu) 54'338 Stimmen.

Der frühere Präsident der CVP Schweiz, der 46-jährige Darbellay, ersetzt den zurücktretenden CVP-Regierungsrat Maurice Tornay. Der 55-jährige Oberwalliser CVP-Nationalrat Schmidt tritt in die Fussstapfen des zurücktretenden CVP-Regierungrats Jean-Michel Cina.

Walliser Staatsratswahlen: Kein Platz für Rossini

Walliser Staatsratswahlen: Kein Platz für Rossini

Stéphane Rossini (SP) hat es nicht in die Walliser Regierung geschafft und will sich vorerst aus der Politik zurückziehen. Sein Erfolg im 1. Wahlgang hat sich im 2. Wahlgang nicht bestätigt. Die SP hat somit weiterhin einen Sitz in der Regierung.

FDP gelingt Überraschungscoup

Ein sehr gutes Resultat erzielte auch die bisherige SP-Regierungsrätin Esther Waeber-Kalbermatten. Sie erhielt 53'990 Stimmen und platzierte sich vor Favre auf dem vierten Rang.

Die grosse Überraschung dieser Wahlen ist jedoch der politische Quereinsteiger Frédéric Favre. Der Personalchef der Migros Wallis ist erst 37-jährig und politisch unerfahren. Er wurde mit 44'644 Stimmen gewählt.

Die FDP konnte damit den vor vier Jahren an Freysinger verlorenen Sitz zurückerobern. Dass der Coup gelang, dürfte zu einem grossen Teil den CVP-Wählerinnen und Wählern aus dem Oberwallis zu verdanken sein. Diese setzten neben ihren drei eigenen Kandidaten vor allem Waeber-Kalbermatten und Favre auf die Liste.

Der zweite SP-Kandidat, Stéphane Rossini, musste mit dem siebten und letzten Platz vorlieb nehmen. Der frühere Nationalratspräsident kam auf 40'429 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war mit gut 61 Prozent leicht höher als beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen, als sie 58 Prozent betragen hatte.