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SVP will mindestens zwei neue Atomkraftwerke

Die SVP macht sich stark für den Bau neuer Atomkraftwerke. Die alten müssten nach Ablauf ihrer Betriebsdauer ersetzt werden, die neuen seien unverzüglich zu bauen, fordert die Partei.

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SVP will zwei neue AKWs

SVP will zwei neue AKWs

Keystone

«Die Zeit drängt, im Jahr 2020 stehen wir bereits mitten in einer Versorgungslücke», sagte SVP-Nationalrat Adrian Amstutz (BE) am Montag vor den Medien in Bern bei der Präsentation eines Positionspapiers. Im Zentrum steht der heutige Strommix aus Wasserkraft und Kernenergie.

Dieser Mix habe sich bewährt, sagte Amstutz. Er sei angesichts des steigenden Stromverbrauchs auszubauen. Energieminister Moritz Leuenberger wirft die SVP vor, das Problem «aus ideologischen Gründen» vor sich herzuschieben.

Gaskombikraftwerke zu klimafeindlich

Konkret fordert die Partei mindestens zwei neue Atomkraftwerke. Im Positionspapier macht sie zudem deutlich, was sie nicht will: Sie lehnt Gaskombikraftwerke ab und stellt sich gegen die Förderung neuer erneuerbarer Energien wie Sonnen- oder Windenergie.

Fossile Kraftwerke erachtet die SVP wegen des schwankenden Öl- und Gaspreises und wegen der CO2-Emissionen nicht als erstrebenswerte Alternative, wobei Amstutz im Zusammenhang mit CO2 auch von «Klima-Hysterie» sprach.

Grüne Energien zu unrealistisch

Den neuen erneuerbaren Energien weist die SVP zwar eine mögliche unterstützende Rolle in der Zukunft zu. In keinem Fall aber seien sie eine derart wettbewerbsfähige und berechenbare Energiequelle wie Wasser- und Kernkraft, sagte Nationalrat Guy Parmelin (VD).

Um ein Kernkraftwerk vom Typ Mühleberg zu ersetzen, bräuchte es eine Fläche von 20 Millionen Quadratmetern Solarzellen, gab Parmelin zu bedenken. Und auch der Ersatz der Atomenergie durch importierte Windkraft sei «völlig unrealistisch.»

Fördermassnahmen zu wirtschaftsfeindlich

Nach Auffassung der SVP können daran auch Fördermassnahmen wie die Einspeisevergütung nichts ändern. Diese schadeten viel mehr, und zwar der Wirtschaft, kritisierten die SVP-Vertreter. Die Subventionen trieben die Strompreise in die Höhe.

«Stopp dem Gebühren-, Abgabe- und Subventionswahn», heisst es im Positionspapier dazu. Zu diesen und weiteren energiepolitischen Forderungen hatte die SVP im Januar an einer Delegiertenversammlung eine Resolution verabschiedet.