Coronakrise

Tessin begrüsst die neue Ausnahmeregel: «Haben es geschafft, Bern von der besonderen Situation zu überzeugen»

Die Tessiner Regierung ist froh, dass die Baustellen im Kanton geschlossen bleiben dürfen.

Die Tessiner Regierung ist froh, dass die Baustellen im Kanton geschlossen bleiben dürfen.

Die am Freitag vom Bundesrat beschlossene «Lex Ticino» kommt bei der Tessiner Kantonsregierung gut an. Derweil steigen die Fallzahlen im Tessin weiter an. Der Höhepunkt scheint noch nicht erreicht.

Die vom Bundesrat erlassene Ausnahmeregelung, wonach der Kanton Tessin schärfere Massnahmen gegen das Coronavirus ergreifen kann als der Bund, wird vom Tessin begrüsst, wie die Kantonsregierung am Freitagabend an einer Pressekonferenz zu verstehen gegeben hat.

«Es war nicht leicht, aber wir haben es geschafft, Bern von der besonderen Situation des Kantons Tessin zu überzeugen», sagte Regierungspräsident Christian Vitta (FDP). Es sei wichtig, dass das Tessin in dieser Angelegenheit Geschlossenheit und Mut bewiesen habe.

Die Kantonsverwaltung wird auch nächste Woche geschlossen bleiben. Zudem werden wohl auch die wirtschaftlichen Aktivitäten auf das Notwendigste beschränkt und die Baustellen werden geschlossen bleiben. Details will die Regierung am Samstag bekanntgeben. Vitta antizipierte, dass sich die Sozialpartner schon geeinigt hätten.

Fallzahlen steigen weiter

Derweil hat die Zahl der Erkrankten im Kanton Tessin weiter zugenommen. Gestern stieg die Zahl um 287 neue Fälle auf 1688, von diesen waren 386 Personen in Spitälern hospitalisiert. Neun neue Todesfälle waren zu beklagen, bei einem Total von 76 Fällen. Der Kanton hat derweil sein Gesundheitssystem leicht modifiziert. So werden Covid-Patienten, die sich in der Genesungsphase befinden, in die Spitäler von Faido und Castelrotto verlegt.

Kantonsarzt Giorgio Merlani ist der Ansicht, «dass wir den Peak noch nicht erreicht haben». Es könne noch Wochen dauern. Wichtig sei, dass die Empfehlungen und Hygienemassnahmen weiterhin strikt befolgt werden. «Ich sehe leider eine gewisse Müdigkeit bei vielen Leuten nach zwei, drei Wochen», so Merlani.

Ehemaliger Gesundheitsdirektor ist wieder zuhause

Eine positive Nachricht: Der an Covid-19 erkrankte ehemalige Gesundheitsdirektor Paolo Beltraminelli machte am Freitag via Facebook bekannt, dass er nach einem zweiwöchigen Aufenthalt aus dem Spital La Carità in Locarno entlassen worden sei und praktisch genesen sei.

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