Gemeindefusionen

Tessiner Regierung drängt auf Zusammenschluss im Locarnese

Tessiner Justizdirektor Luigi Pedrazzini (Archiv)

Tessiner Justizdirektor Luigi Pedrazzini (Archiv)

Die Tessiner Regierung will den Zusammenschluss von 17 Gemeinden rund um Locarno forcieren. Damit soll der wirtschaftliche Niedergang der Region gestoppt werden. In einem ersten Schritt werden 5500 Personen befragt.

Man wolle eine Diskussion über die Zukunft des Locarnese provozieren, sagte Justizdirektor Luigi Pedrazzini (CVP) in Bellinzona vor den Medien. Die negative Entwicklung der Region müsse gestoppt werden.

Pedrazzini verwies darauf, dass im Kanton Tessin zwischen 2001 und 2005 die Zahl der Arbeitsplätze um 3 Prozent zugenommen habe. Im gleichen Zeitraum habe das Locarnese jedoch einen Stellenrückgang von 4 Prozent verzeichnet.

Bedenklich ist auch die Entwicklung der Tourismusbranche. Zwar ist die Gegend am Lago Maggiore nach wie vor das touristische Zugpferd des Tessins. Doch die Tendenz zeigt nach unten.

So verlor die Region zwischen 1992 und 2007 zehn Prozent ihrer Hotelbetten. Bei den Übernachtungen wurde ein Minus von 12 Prozent verzeichnet, und die Verweildauer der Gäste sank von 4 auf 2,8 Tage.

Nicht unschuldig an dieser Entwicklung seien die für ihre Streitlust bekannten Locarnesi. Pedrazzini wies darauf hin, dass die Realisierung des regionalen Bäderzentrums über 15 Jahre dauerte.

In einer repräsentativen Umfrage will die Kantonsregierung nun den Puls der Bevölkerung tasten. "Die Bürger sind für Fusionsszenarien vielfach offener als die Politiker", sagte Finanzdirektorin Laura Sadis (FDP). Die Resultate der Volksbefragung sollen bis Anfang 2010 vorliegen.

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