Beim Pferdefleisch ist der Schutz vor Täuschung besonders wichtig, weil viele Konsumentinnen und Konsumenten es aus emotionaler Bindung zum Pferd ablehnen, solches Fleisch zu essen. Zeugnisse, Kennzeichnungsvorschriften und Meldungen an Datenbanken genügen nicht. Am Anfang steht die obligatorische tierärztliche Kontrolle vor und nach der Schlachtung. Dazu gehören auch Untersuchungen auf Arzneimittelrückstände.

Stichprobenweise Kontrolle

Das Fleisch und die Erzeugnisse müssen weiter entlang der gesamten Produktionskette stichprobenweise überprüft werden. Wo das Fleisch aus dem Ausland stammt, sollen die Kontrollen international koordiniert und die entsprechenden Deklarationsvorschriften genauestens überprüft werden.

Äusserst sensible Tiere

Die Gesellschaft der Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST weist bei dieser Gelegenheit darauf hin, dass Pferde äusserst sensible Tiere sind. Die Transportwege für Pferde zur Schlachtung sollen möglichst kurz sein und die Tiere sind schonend zu transportieren. Diese Forderung der GST bezieht sich ganz besonders auf die Schlachtungen im Ausland, dort sind lange Transportwege kaum begrenzt.

Fertigprodukte müssen vernichtet werden

Derweil prüfen die Grossverteiler, welche Produkte vernichtet, welche umetikettiert werden können. Ramon Gander von Coop sagt, dass «frische Fertigprodukte vernichtet werden müssen. Sobald sie aus der Kühltruhe oder Gefriertruhe genommen sind, ist die sogenannte Kühlkette unterbrochen und die Ware wäre nicht mehr sicher.» Natürlich versuche Coop zu vermeiden, qualitativ einwandfreie Ware zu vernichten.

Umetikettierung wird geprüft

Deshalb werde bei den länger haltbaren Artikeln, die Anteile von Pferdefleisch enthalten, geprüft, ob die Deklaration angepasst werden kann. Wie und wo sie wieder in den Verkehr gebracht werden könnten, und ob überhaupt, werde abgeklärt, führt Gander aus.