Missstände

«Tragisch für die Artisten»: Das sagen die Behörden zum Knall im Circus Royal

Um den Circus Royal steht es schlecht. Direktor Oliver Skreinig soll mehreren Artisten über Monate hinweg keinen Lohn bezahlt haben.

Um den Circus Royal steht es schlecht. Direktor Oliver Skreinig soll mehreren Artisten über Monate hinweg keinen Lohn bezahlt haben.

Artisten werfen dem Direktor des Kreuzlinger Circus Royal vor, ihnen keinen Lohn bezahlt zu haben und abgetaucht zu sein. Der Kanton Thurgau hat Kenntnis von den neuesten Problemen im Zirkus. Thomas Niederberger, Stadtpräsident von Kreuzlingen, zeigt sich bestürzt.

Kein Geld, Schwarzarbeit und ein Zirkusdirektor, der sich aus dem Staub gemacht hat – beim Circus Royal rumort es.

Diverse Artisten des Kreuzlinger Zirkus warten bis heute vergeblich auf ihren Lohn, wie sie gegenüber dem «Tagblatt» publik machten. Zudem beschäftigte Direktor Oliver Skreinig Arbeiter aus Moldawien illegal.

Eine bedauerliche Situation

Thomas Niederberger, Stadtpräsident von Kreuzlingen, hat Kenntnis von den neuesten Turbulenzen. Er habe am Montagmorgen aus der «Thurgauer Zeitung» von der aktuellen Situation beim Circus Royal erfahren, sagt er auf Anfrage.

Die Stadt Kreuzlingen habe über den zentralen Posteingang eine E-Mail-Anfrage, wahrscheinlich von einer Artistin, in englischer Sprache erhalten, sagt Niederberger. Die Frau habe sich erkundigt, wohin sie sich wenden könne. «Wir haben dann die Kontakte geknüpft zu den zuständigen Stellen beim Kanton, sprich, zum RAV und zum Amt für Wirtschaft und Arbeit», ergänzt der Kreuzlinger Stadtpräsident.

Wie kommen die Mitarbeiter an ihren Lohn?

Mirjam Fonti, Informationsbeauftragte beim Kanton Thurgau, bestätigt: «Beim Migrationsamt und beim Amt für Wirtschaft und Arbeit sind Mails von Mitarbeitenden eingegangen.» Man habe sich bemüht, ihnen Ansprechpartner zu vermitteln. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit sowie das Migrationsamt seien nicht die richtigen Ansprechpartner, sagt Fonti. Es handle sich um eine privatrechtliche Angelegenheit. «Deshalb müssen die Betroffenen den zivilrechtlichen Weg einschlagen.»

Für Nothilfe gelte das Zuständigkeitsgesetz der Schweiz. Dieses besagt laut Fonti, dass die aktuelle Aufenthaltsgemeinde bezüglich Nothilfe für die betroffenen Artisten zuständig ist. Das kann zum Beispiel die Organisation der Rückreise ins Heimatland betreffen.

Kanton behält sich weitere Kontrollen vor

Das Migrationsamt des Kantons Thurgau werde momentan keine weiteren Schritte unternehmen, da keine Gesuche anhängig seien, so Fonti. Im September hatte die Kantonspolizei Thurgau bei einer Kontrolle in Kreuzlingen vier Moldawier ohne Arbeitsbewilligung festgenommen. Fonti sagt:

Wie es um Betreibungen gegen die aktuelle Circus Royal GmbH steht, ist unklar – das Betreibungsamt nimmt dazu aus Datenschutzgründen keine Stellung.

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