Sozialhilfe
Überlastung befürchtet: Sozialhilfe-Konferenz appelliert wegen Corona-Krise an den Bundesrat

Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) rechnet wegen Corona mit einer Zunahme von Sozialhilfebezügern und damit steigenden Kosten. Sie fordert deshalb Massnahmen zur Abfederung.

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Die SKOS rechnet künftig wegen der Corona-Krise mit mehr Sozialhilfe-Empfängern.

Die SKOS rechnet künftig wegen der Corona-Krise mit mehr Sozialhilfe-Empfängern.

Keystone

(abi) Die Skos geht davon aus, dass ein Teil der Bevölkerung wegen der Covid-19-Krise mittel- und langfristig Einbussen erleiden und auf Unterstützung angewiesen sein wird. Der Fachverband für Sozialhilfe hat daher die mittelfristigen Herausforderungen analysiert und die im vergangenen Mai publizierten Prognosen für die kommenden zwei Jahre aktualisiert, wie er am Donnerstag mitteilte.

Im aktuellen Referenz-Szenario rechnet die Skos bis 2022 mit einer Zunahme der Sozialhilfe-Empfänger um 21 Prozent. Die Sozialhilfequote würde damit von 3,2 Prozent der Bevölkerung auf 3,8 Prozent steigen, was zu Mehrkosten im Bereich der Sozialhilfe von 821 Millionen Franken führen würde. Gemäss Skos gehören Langzeitarbeitslose und Selbständigerwerbende mit tiefem Einkommen zu den gefährdeten Gruppen.

Drohende Überbelastung der Sozialhilfe

Sie appelliert daher an den Bundesrat, die beschlossenen Massnahmen zur Unterstützung bis zum Ende der Corona-Pandemie weiterzuführen. Ein zu frühes Ende würde zwangsläufig zu einer Überbelastung der Sozialhilfe führen, warnt der Verband. Ausserdem brauche es für den erwarteten Zuwachs Massnahmen zur Abfederung und innerhalb der Kantone seien leistungsfähige Mechanismen für den Lastenausgleich zwischen den Gemeinden dringend.

Unterstützung sowie eine engere Zusammenarbeit bei der Arbeitslosen- und Invalidenversicherung sollen zudem eine zusätzliche Verlagerung zur Sozialhilfe verhindern. Ausserdem sollen der jungen Generation trotz Krise der Einstieg ins Erwerbsleben ermöglicht und die Erwerbstätigen mit gezielter Weiterbildung fit für den digitalen Wandel gemacht werden.

Steigende Zahlen in Luzern und Genf

Das Monitoring der Fallzahlen in der Sozialhilfe macht die Skos seit Mai 2020. Gesamtschweizerisch konnte bislang kein Anstieg beobachtet werden. Einzelne Regionen wie die Stadt Luzern, die viele Beschäftigte im Bereich Tourismus hat, oder der Kanton Genf verzeichnen aber bereits mehr unterstützte Personen.