Dies berichtet der SonntagsBlick, dem die Daten des BAGs vorliegen. Jetzt räumt Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim BAG, ein: «Wir haben die Lage nicht mehr im Griff.» Legionellen-Bakterien werden über zerstäubtes Wasser von Duschen, Wellnessanlagen oder Luftbefeuchtern eingeatmet und verursachen schwere Lungen- und Rippenentzündungen. In bis zu zehn Prozent der Fälle endet die Infektion tödlich.

Koch warnt: «Wir haben es mit einer gefährlichen Krankheit zu tun.» Er sei «beunruhigt» wegen des landesweiten Anstiegs von Fällen. Die 500 Betroffenen aus dem Jahr 2017 sind nur die Spitze des Eisberges. Koch geht von einer hohen Dunkelziffer aus. «Uns werden nur Fälle mit schwerem Verlauf gemeldet. Dann, wenn die Leute im Spital landen.»

Im Kampf gegen die Bakterien hat der Bund jetzt eine Task-Force gebildet. «Wir arbeiten ämterübergreifend daran, die Ausbreitung zu stoppen», so Koch. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erarbeitet gesetzliche Grenzwerte für die Legionellenkonzentration im Wasser. So können in Zukunft Kantonschemiker in Hotels und öffentlichen Bädern Sanierungen oder Duschverbote durchsetzen.