Schweiz

Ueli Maurer zur Coronakrise: «Wir haben nicht noch einmal 30 Milliarden»

Bundesrat Ueli Maurer warnte vor den volkswirtschaftlichen Folgekosten der Coronakrise. (Symbolbild)

Bundesrat Ueli Maurer warnte vor den volkswirtschaftlichen Folgekosten der Coronakrise. (Symbolbild)

An der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz äusserte sich Bundesrat Ueli Maurer zur Coronakrise. Ausgaben wie im Frühling könne sich der Bund nicht mehr leisten, sagte er.

(wap) Bundesrat Ueli Maurer warnte am Samstag in einer Ansprache an die Delegierten der SVP Schweiz vor den Folgekosten der Coronakrise. Der Bund habe im Frühjahr bereits Ausgaben in der Höhe von 30 Milliarden Franken beschlossen. Dies werde die Schweizer Wirtschaft auf Jahrzehnte hinaus belasten. Ein zweites Mal könne sich die Schweiz ein derart hohes finanzielles Engagement nicht leisten: «Wir haben nicht noch einmal 30 Milliarden», sagte Maurer.

Bei allen gesundheitspolitischen Massnahmen müsse deshalb auch an die Folgekosten gedacht werden. Sonst könnten die Massnahmen verheerende Folgen für den Mittelstand haben. Allein ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um ein Prozent bis im nächsten Sommer bedeute, dass 40'000 Menschen plötzlich ohne Einkommen dastünden. «Dahinter stehen Familien, die nicht wissen, wie sie ihre Auslagen bezahlen werden», sagte der Bundesrat.

Kritik an den Experten

Neben den wirtschaftlichen müssten auch die gesellschaftlichen Folgen berücksichtigt werden, so Maurer. Es gehe nicht an, dass man alle älteren Menschen nur noch als Risiko sehe. «Viele Leute sind verunsichert und depressiv», sagte Maurer. Die derzeitige hektische Atmosphäre tue nicht gut. Noch wisse man sehr wenig über das Coronavirus, dies gelte auch für die Experten: Diese hätten bereits im Frühling Prognosen angestellt, die sich nicht bewahrheitet hätten. «Ich hoffe, dass die Experten auch diesmal zu pessimistisch sind», sagte Maurer.

Auch beobachte er, dass abweichende Meinungen immer stärker ausgegrenzt würden: «Wir haben den Mainstream, die Meinung der Gesundheitsexperten, wer etwas anderes sagt wird angeprangert.» In einer Demokratie sei dies gefährlich.

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