Umfahrung Ottenbach-Obfelden
Umfahrung frühestens 2015

Nach der Eröffnung der A4 spüren Ottenbach und Obfelden die Verkehrsumlagerungen deutlich. Betreffend Umfahrung erhalten sie auch von den aargauischen Nachbargemeinden Unterstützung.

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Umfahrung frühestens 2015

Umfahrung frühestens 2015

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Martin Mullis

Auch wenn die erwarteten Verkehrsumlagerungen in den beiden Dörfern Obfelden und Ottenbach glücklicherweise noch nicht so gravierend wie befürchtet stattgefunden haben: Behörden und Bevölkerung warten auf die Umfahrung. Diese Feststellung unterstrichen auch ein für den schönen Frühsommerabend eigentlicher Grossaufmarsch von interessierten Einwohnern der beiden Säuliämtler Gemeinden. Alt Nationalrat Rolf Hegetschweiler freute sich sichtlich über das grosse Interesse. Er begrüsste neben den beiden Gemeindepräsidenten von Ottenbach und Obfelden, Kurt Weber und Thomas Ammann, auch ganz speziell Kari Suter, den Gemeindeammann von Merenschwand. Rolf Hegetschweiler beanstandete den für die geplante Umfahrung viel zu optimistischen Fahrplan des Zürcher Regierungsrates. Das Projekt sollte eigentlich demnächst im Kantonsrat behandelt werden, in Tat und Wahrheit hat der Regierungsrat noch nicht einmal endgültig über die Varianten entschieden.
Die in einzelnen Dörfern festgestellte Reduzierung des Durchgangsverkehrs von bis zu 60 Prozent infolge der Eröffnung der A4, zeige deutlich, wie bitter nötig auch ein Handeln bezüglich der Entlastung der negativ betroffenen Gemeinden sei.
In kurzen Worten schilderte anschliessend der Verkehrsplaner Hugo Wandeler den «Leidensweg» des Strassenprojektes. Seine Ausführungen betreffend das weitere Vorgehen, hörten sich jedoch ganz und gar nicht ermutigend an. Eine Eröffnung der Umfahrung Ottenbach sieht er auch bei einer ziemlich optimistischen Betrachtung frühestens im Jahre 2015.
Diese Tatsache bereitet sowohl dem neuen Gemeindepräsidenten von Obfelden, Thomas Ammann, als auch seinem Kollegen Kurt Weber aus Ottenbach, grosses Kopfzerbrechen. Ammanns Hauptanliegen tangieren die Dorfstrasse und den Dorfteil Bickwil. Mit der Umfahrung würde die Hauptstrasse durchs Dorf entlastet. Bickwils Situation hingegen sollte durch die Tieferlegung und die Überdachung der Strasse ebenfalls deutlich verbessert werden. Die unverhältnismässig lange Durststrecke bis zur Realisation der Projekte, bezeichnet auch er als riesige Hypothek.
Bemerkenswert danach auch die Ausführungen des Gemeindeammanns von Merenschwand, Kari Suter. Er schilderte anschaulich die Wege des Verkehrs, die sich seit der Inbetriebnahme der Autobahn veränderten. Mit den zwei Hauptzubringern über Sins und Birri/Ottenbach, würden weitaus weniger Siedlungsgebiete betroffen. Die aargauischen Nachbardörfer seien mit den Strassenprojekten ennet der Reuss eng verknüpft, hält er fest. So gilt für ihn die Unterstützung der Umfahrung als selbstverständlich.

«Hirnrissige» Pendlerströme
In der anschliessenden «Fragestunde» meldete sich auch ein dezidierter Gegner der Umfahrungsstrasse zu Wort. Adrian Halter, Grüne Ottenbach, verglich die heutigen Verkehrswege mit den Gewässern, die früher kanalisiert und begradigt und heute wieder renaturiert werden. Die heutigen Pendlerströme nach Zürich seien «hirnrissig» und um die nötigen Korrekturen vorzunehmen und den Individualverkehr massiv zu reduzieren, müssten dringend ganz andere Lösungen als neue Strassen gesucht werden. Sein Votum stiess beim Publikum allerdings nicht wirklich auf Begeisterung. Die weiteren Fragen betrafen dann in der Hauptsache die Verkehrszählungen sowie die zusätzlich zu erwartende Rückstau, falls im Bezirkshauptort all die geplanten grossen Einkaufszentren Tatsache werden. Der Informationsabend zeigte deutlich, dass die Verkehrsprobleme im südlichen Teil des Säuliamtes noch längst nicht gelöst sind. Sowohl der Regierungsrat wie auch der Kantonsrat werden in naher Zukunft diesbezüglich einige wichtige Entscheidungen zu treffen haben.