Nun hat die Krankenkasse doch noch bezahlt: 3900 Franken will sie für die Nachbehandlung einer seltenen Krebserkrankung eines zwölfjährigen Tessiners überweisen, meldete der «Tages-Anzeiger» am Samstag. Der Zahlung vorausgegangen war ein wochenlanger Briefwechsel zwischen dem zuständigen Kinderonkologen Pierluigi Brazzola vom Kantonsspital Bellinzona und der Familie des Jungen. Diese sah sich nicht imstande, die Rechnung zu begleichen. Nach ersten Medienberichten in der Tageszeitung «La Regione» gingen die Volkswogen hoch in der Südschweiz, und bis Ende Woche gingen laut Brazzola über 30'000 Franken Spenden ein.

Da es immer wieder vorkommt, dass sich Kassen weigern, Medikamente bei sogenanntem «Off-label-use» nicht zu bezahlen, wollte der Kinderonkologe den Namen der Krankenkasse nicht nennen.

Paradoxerweise, so der «Tagi», hätte das Spital das Medi im Fall des Jungen übernehmen müssen, wäre der Knabe stationär im Spital behandelt worden. Da die Kapseln des Medikaments jedoch alle drei Wochen während zehn Tagen eingenommen werden müssen, und dies acht Monate lang, war dies laut den Verantwortlichen keine realistische Option. Und ebenso sicher ist: Eine stationäre Behandlung wäre für die Grundversicherung x-fach teurer gekommen.