UPC verbreitete gestern Freitag gute und schlechte News:

  • Einerseits wird der Preis des bisherigen Grundangebots ab Anfang 2017 um knappe drei Franken auf monatlich 36.90 Franken erhöht. In diesem Grundangebot enthalten sind ein Telefonanschluss, 80 digitale Fernsehsender und eine langsame Internetleitung (2 Mbit/s).
  • Andererseits können Kunden ab Ende September wahlweise auf ein neues Grundangebot umsteigen. Das neue Grundangebot kostet monatlich 49 Franken, enthält dafür aber zum Telefonanschluss und den 80 Fernsehsendern einen schnelleren Internetanschluss mit 40 Mbit pro Sekunde Download-Geschwindigkeit.

Wichtig dabei: Die Kabelanschluss-Gebühren von gut 30 Franken pro Monat sind im neuen Grundangebot enthalten und werden nicht mehr über die Mietnebenkosten separat verrechnet. 

Die Geschwindigkeit von 40 MBit/s reicht aus, um beispielsweise auf mehreren Geräten gleichzeitig Filme und Serien zu streamen. Das neue Grundangebot dürfte daher für die meisten Kunden ausreichend sein. Insbesondere Konsumenten, die heute von UPC einen Internet-Zugang mit 20 bis 40 MBit/s haben und dafür 40 bis 49 Franken im Monat bezahlen, sollten sich einen Wechsel überlegen. Denn bisher wurden noch 33.95 Franken Kabelanschluss-Gebühren über den Vermieter verrechnet. 

Aber auch für viele Swisscom- und Sunrise-Kunden dürfte sich der Wechsel lohnen (siehe folgende Grafiken).

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und der Preisvergleichsdienst Dschungelkompass zeigen auf, wie sich das neue Grundangebot von UPC (ehemals Cablecom) gegenüber denjenigen der Hauptkonkurrenten Swisscom und Sunrise schlägt.

1. Vergleich: Kunden, die nur relativ schnelles Internet wollen (aber keinen TV-Anschluss)

Wer HD-Videos (Netflix etc.) auf mehreren Geräten über das Internet flüssig schauen möchte, für den empfiehlt sich eine Internetgeschwindigkeit von 20 bis 30 Mbit/s. Für diesen Nutzertyp wird die reine Internetnutzung durch das neue UPC-Angebot mit 49 Franken im Vergleich zum heutigen Grundangebot (in der oben stehenden Tabellen als «3-in-1 Kabelanschuss» betitelt) günstiger, da die zusätzlichen Kosten für den schnelleren Internetanschluss entfallen.

Das Angebot von Sunrise ist um vier Franken leicht günstiger, beinhaltet aber Internet mit nur 30 anstatt 40 Mbit/s. Das günstigste reine Internet-Angebot von Swisscom ist in diesem Vergleich mit 79 Franken das teuerste, enthält dafür aber mit 50 Mbit/s die schnellste Download-Rate. Sowohl beim Swisscom- wie auch beim Sunrise-Produkt ist im Gegensatz zu UPC kein TV enthalten.

2. Vergleich: Kunden, die schnelles Internet und Fernsehen ohne Zusatzfunktionen wollen

Wer neben dem Internet auch den TV einschalten möchte, aber auf zeitversetztes Fernsehen verzichten könne, fährt mit dem neuen Angebot von UPC für 49 Franken am günstigsten. Im Vergleich zum bisherigen Angebot könnten monatlich über 30 Franken gespart werden, falls das hinfällige Internet-Abo gekündigt wird, schreibt Dschungelkompass.

Bei Sunrise kostet das Angebot mit zusätzlicher TV-Nutzung mit 70 Franken mehr, dafür können mehr Sender empfangen und Zusatzfunktionen wie zeitversetztes Fernsehen und die Aufnahmefunktion genutzt werden. Das Angebot von Swisscom kostet mit 79 Franken am meisten, enthält einen langsameren Internetanschluss und keine zusätzlichen Funktionen fürs Fernsehen.

3. Vergleich: Kunden, die schnelles Internet und zeitversetztes TV wollen

Produkte, die in diesem Vergleich berücksichtigt wurden, beinhalten alle, dass die Fernsehinhalte noch eine Woche im Nachhinein zeitversetzt abgerufen werden können. Mit 80 Franken bietet Sunrise das günstigste Angebot an.

Durch den neuen Grundanschluss belaufen sich die Kosten bei UPC auf 93 Franken. Swisscom verlangt mit 114 Franken am meisten, bietet jedoch mit 100 Mbit/s den in diesem Vergleich schnellsten Internetanschluss an.

Kunden müssen aktiv werden

Vom neuen UPC-Angebot profitieren die Kunden nicht automatisch. Der neue Grundanschluss muss direkt bei UPC bestellt werden. Mieter beziehen den bisherigen Anschluss oft über ihren Vermieter, der diesen über die Nebenkosten abrechnet. Daher müssen in diesem Fall die Mieter den Grundanschluss bei ihrem Vermieter kündigen. In der Regel gilt laut UPC eine Kündigungsfrist von zwei Monaten.

Das Fazit der Konsumentenschützer: Mit dem neuen Grundangebot werden die Gesamtkosten für die Kunden transparenter, denn bisher ging oft unter, dass nebst den Kosten für ein bestimmtes Produkt von UPC zusätzlich der Kabelanschluss via Nebenkostenabrechnung verrechnet wird. (oli)