Lenzburg

Vor dem Endspurt für Gleis Nord

Neuer Stadtteil: Aus dem 60 000 Quadratmeter grossen Hero-Areal wird nach dem Auszug der Konservenfabrik ein neuer, lebendiger Stadtteil. (EBM/Losinger)

Gleis Nord Lenzburg

Neuer Stadtteil: Aus dem 60 000 Quadratmeter grossen Hero-Areal wird nach dem Auszug der Konservenfabrik ein neuer, lebendiger Stadtteil. (EBM/Losinger)

Mit Gleis Nord wurde bei der Suche nach dem Namen für das Hero-Areal nach der Meinung der Verantwortlichen das Ei des Kolumbus gefunden. Nun geht es planerisch in den Endspurt. Nach den Sommerferien wird der Gestaltungsplan für das Hero-Areal in Lenzburg aufgelegt. Die endgültige Genehmigung ist auf März 2010 vorgesehen.

Peter Schmid

Die Bezeichnung Gleis Nord decke alle Vorgaben für die Namenssuche «treffend» ab, halten die Besitzerin, die Elektra Birseck Münchenstein (EBM), und der Generalunternehmer, die Losinger Consulting AG, fest. Gleis deute auf die Lage des Areals hinter dem Bahnhof hin. Zudem wecke Gleis Assoziationen zu Mobilität, Urbanität und guten Verkehrsverbindungen.

Nord weist auf die Lage nördlich des Bahnhofs und der Kernstadt hin. Zudem, so stellte Bernhard Ruhstaller vom Immobilienmarketing-Büro Acasa an einer Infoveranstaltung am Donnerstagabend fest, hätten sich Begriffe wie etwa Zürich West schnell eingebürgert. Das Anhängsel «Lenzburg urban» unter dem Begriff Nord deute auf die städtische Ausrichtung hin und spreche das urbane Zielpublikum an. Zudem, so meinte Ruhstaller, umschreibe es elegant, dass der neue Stadtteil das alte Lenzburg nicht konkurrenzieren, sondern ergänzen wolle. Auf den naheliegenden Link zur Hero habe man verzichtet, denn die Hero zügle vom westlichen an den östlichen Stadtrand, sodass etwa Hero City Ortsunkundige verwirren könnte.

Eine Dachmarke

Für die Bezeichnung Gleis Nord spreche laut den Verantwortlichen auch, dass diese als eine übergeordnete Dachmarke diene, unter der sich die Investoren der einzelnen Bauprojekte einordnen, sich aber eine eigene Identität schaffen könnten. Sie erhalten so die Möglichkeit, unter dem Oberbegriff Gleis Nord eigene Submarken zu schaffen. Und für Ruhstaller war es letztlich wichtig, dass nicht Anglizismen oder die so genannten «Parks», bei denen weit und breit kein Park zu sehen ist, den Namen prägen sollten.

«Verbotene Stadt» öffnen

Mit dem Entwicklungsprojekt wird Lenzburg zu einem offenen Quartier kommen. Logischerweise ist das heutigen Firmenareal für die Öffentlichkeit eine «verbotene» Zone. Mit einem 10 000 Quadratmeter grossen Grüngürtel entlang dem Aabach, der in das verkehrsfreie Quartier hineingreift, den Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomiebetrieben werde eine lebendige Begegnungszone entstehen, blickte Giancarlo Perotto von der Losinger AG in die Zukunft. «Ziel ist es, das gesamte bestehende Industrieareal dem Menschen und der Natur zurückzugeben», stellte er fest.

Noch keine Investoren

Nach wie vor sieht das Konzept vor, dass 60 Prozent des Bauvolumens fürs Wohnen, 30 Prozent für Arbeitsplätze und 10 Prozent für Kultur und Gastronomie, inklusive eines Hotels mit 80 Zimmern, bestimmt sein sollen. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt von den Investoren ab, die noch nicht gefunden sind. «Wir haben auch noch nicht gesucht», ergänzt Perotto.

Bis mindestens 2018 sollen in Etappen die Baumaschinen auffahren. Ob in acht Jahren das neue Gleis Nord fertig sein wird, steht in den Sternen, denn je nach Wirtschaftslage und Interesse von Investoren könnte sich die Bauzeit verlängern. Zwischennutzungen sind deshalb erwünscht.

Kaum Mitwirkung gesucht

Im Verlaufe des am 15. Mai abgeschlossenen Mitwirkungsverfahrens ging nur wenig Post ein. Trotzdem werden die aufgeworfenen Fragen ernst genommen. So wurde bereits ein Mobilitätskonzept in Auftrag gegeben, um Parkierung und Verkehr ganzheitlich zu betrachten. Das neue Quartier ist verkehrsfrei, doch geht es um die Zufahrten und die drei Parkhäuser mit total 750 unterirdischen Parkplätzen, zu denen 100 oberirdische für Besucher kommen. Demnächst wird der ebenfalls geforderte Altlastenbericht vorliegen. Weitere Themen sind die Energie, der Ortsbildschutz, die Nutzung entlang der Sägestrasse, die Gebäudehöhen und die Qualitätssicherheit.

Der Endspurt beginnt

Nach den Sommerferien beginnt mit der Auflage des Gestaltungsplans nach der bis jetzt anderthalbjährigen Planungszeit der Endspurt, der bis März 2010 dauern soll. Danach könnten die ersten konkreten Baugesuche erwartet werden.

Was er jetzt für Gefühle hege, wollte die AZ von Stadtammann Hans Huber wissen: «Nur gute. Die Professionalität der bisherigen Arbeit hat mich beeindruckt und überzeugt.»

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