Abstimmungskampf

Wer sind die SVP-Models, die für die Selbstbestimmungs-Initiative den Kopf hinhalten?

Die Plakate begleiten einen im öffentlichen Raum und in sozialen Medien seit Wochen auf Schritt und Tritt. Eine nachdenklich dreinschauende junge Frau hebt ein Ja in die Luft. Dazu in Orange die Aussage «Ja zur direkten Demokratie – ja zur Selbstbestimmung». Das männliche Pendant zeigt einen Mann mittleren Alters, der immerhin den Anschein eines Lächelns zeigt.

Die SVP-Models bleiben ohne Namen.

Die SVP-Models bleiben ohne Namen.  

Die zwei sind die Aushängeschilder der über zwei Millionen teuren SVP-Kampagne für die Selbstbestimmungs-Initiative (SBI), über die wir in zehn Tagen abstimmen. Die SVP verzichtet nicht nur darauf, ihr Sünneli-Logo auf den Plakaten abzubilden. Sie nennt auch die Namen der zwei Werbemodels nicht. Dies im Gegensatz zu den SBI-Gegnern, die landauf, landab auf Plakaten mit ihrem Konterfei und Namen gegen die Initiative Stimmung machen. 

SBI-Gegner stehen mit ihrem Namen auf den Plakaten hin.

SBI-Gegner stehen mit ihrem Namen auf den Plakaten hin.  

Aber wer sind die zwei – zumindest punkto Plakatpräsenz – derzeit wohl bekanntesten Schweizer? Auf Anfrage von watson gibt sich SVP-Generalsekretärin Silvia Bär zurückhaltend. Sie verrät nur, dass die Models aus der Schweiz stammen: «Es sind ganz normale Leute, die stellvertretend für alle Bürger stehen. Der Name ist für uns nicht wichtig.»

Für Politologe Louis Perron ist klar: Wenn Exponenten mit Namen hinstehen, mache dies eine Werbebotschaft glaubwürdiger. Das sei aber kein «Gamechanger». «Wichtig ist, dass die Botschaft in zwei Sekunden bei den Leuten ankommt.»

SVP-Werber auf Tauchstation

Die Softie-Kampagne kreiert hat die Berner Werbeagentur Komet, die im linksalternativen Berner Lorraine-Quartier beheimatet ist. Geschäftsführer Marcel Durst reagiert schon gar nicht erst auf Anfragen zur SBI-Kampagne.

Ganz wohl scheint der Agentur mit der Polit-Werbung nicht zu sein. Zumindest führt sie die SVP-Werbung weder im Portfolio auf der Webseite noch auf ihren Social-Media-Kanälen auf, wie es sonst Werbemacher wann immer möglich tun. Lieber zeigt Komet die YB-Meisterfahne, der Berner Fussballklub gehört ebenfalls zu ihren Kunden. 

Berührungsängste mit der Sünneli-Partei sollte die Firma eigentlich nicht haben: Geschäftsführer Durst war von 1990 bis 1995 Präsident der Stadtberner SVP.

So viel haben die Parteien für die SBI-Kampagne ausgegeben:

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