Messerattacke

Wie die Coronakrise die Terrorgefahr in der Schweiz verschärft

Der Tatort: Die Manor-Filiale in Lugano.

Der Tatort: Die Manor-Filiale in Lugano.

Der Nachrichtendienst des Bundes befürchtet weitere Attacken in Lugano. Die Pandemie sehen die Analysten dabei als einen Faktor.

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass die Messerattacke in Lugano ein terroristischer Akt war. Sie sehen Parallelen zu einem Angriff in Morges VD vom September. In beiden Fällen sind psychisch gestörte Einzeltäter auf zufällige Opfer losgegangen. Beide haben sich von der IS-Propaganda inspirieren lassen. Nach der Tat in Lugano hat der Nachrichtendienst des Bundes eine neue Lagebeurteilung erstellt. Demnach gilt die Terrorgefahr in der Schweiz weiterhin als erhöht.

Als die wahrscheinlichste Bedrohung sehen die Analysten Einzeltäter oder Kleingruppen, die weiche Ziele wie Verkehrseinrichtungen und Menschenansammlungen mit einfachen Mitteln angreifen. Die typischen Täter kommen nicht von aussen, sondern haben sich in der Schweiz radikalisiert, inspiriert durch dschihadistische Propaganda und persönliche Kontakte. Auch die Medienberichterstattung über derartige Taten könnten radikalisierte oder psychisch instabile Personen zum Handeln bewegen.

Die Coronakrise kann gefährliche Folgen haben

Als zusätzlichen Faktor erkennt der Nachrichtendienst die Folgen der Covid-19-Pandemie beziehungsweise der staatlichen Gegenmassnahmen:

Das Profil des typischen Terroristen hat sich verändert. Angreifer wie jene in Lugano und Morges stehen nicht in direktem Kontakt mit Kommandanten einer zentralen dschihadistischen Organisation. Der Nachrichtendienst analysiert: «Gerade bei Gewalttaten, die einen nur marginalen Bezug zur dschihadistischen Ideologie oder zu dschihadistischen Gruppierungen aufweisen, ist die Frage, ob der Täter primär dschihadistisch motiviert war, oft schwierig zu beantworten.»

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