Hilfswerk

Winterhilfe greift dort ein, «wo die Kantone sparen»

Zentralpräsidentin Monika Weber (Archiv)

Zentralpräsidentin Monika Weber (Archiv)

Die Winterhilfe feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen. Trotz funktionierendem Sozialstaat habe das Hilfswerk auch heute noch seine Existenzberechtigung, sagte Zentralpräsidentin Monika Weber am Montag vor den Medien in Bern.

Rund 17'000 Hilfesuchende, darunter 6000 Kinder, würden pro Jahr von der Winterhilfe unterstützt, teilte die Organisation mit. Die Kantonalorganisationen verteilen - inzwischen ganzjährig - unter anderem Nothilfegelder, Kleider sowie Esswaren an Bedürftige.

Als die Winterhilfe 1936 gegründet wurde, existierten keine Sozialversicherungen - die Alters- und Hinterbliebenenversicherung wurde erst 1948 ins Leben gerufen. Die Einführung der Arbeitslosenversicherung folgte im Jahr 1951.

Heute gebe es glücklicherweise funktionierende Sozialämter, sagte die ehemalige LdU-Ständerätin laut Redetext. Und doch leben laut Weber hierzulande immer noch Menschen in "echter Armut". "Heute gilt es besonders dort den Bedürfnissen gerecht zu werden, wo die Kantone sparen müssen."

Zwar sei in den Winterhilfe-Statuten der Wille zu rascher und unkomplizierter Hilfe verankert. "Trotzdem braucht es eine gute Zusammenarbeit mit den Sozialämtern", sagte Weber.

Gutscheine für Rucksäcke und Etuis

Im Berichtsjahr 2009/2010 betrug die Summe der von der Winterhilfe geleisteten finanziellen Nothilfe rund 2,5 Mio. Franken. Seit seinen Anfangstagen finanziert sich das Hilfswerk ausschliesslich über private Spenden.

Dank "grosszügiger Spenden" hat die Winterhilfe über die letzten zwei Jahre 750'000 Franken angehäuft. Der Betrag kommt im Jubiläumsjahr vollumfänglich den Kantonalorganisationen zugute.

In den beiden Basler Kantonen wird das Geld in Gutscheine für sozial schlecht gestellte Familien investiert. Die Bons könnten zum Kauf von Schulrucksäcken und Etuis verwendet werden, sagte Weber.

"Die Winterhilfe Schweiz wird es auch in 10, in 20, in 25 Jahren noch brauchen", sagte Weber, bevor sie den "Abertausenden von Spendern" der letzten 75 Jahre dankte.

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