Da der Verstorbene zwischen 1965 und 1978 beruflich mit Asbest in Kontakt war, hätte die Forderung spätestens 1988 eingereicht werden müssen. Laut den Richtern in Luzern sieht das Verantwortlichkeitsgesetz des Bundes eine Frist von höchstens zehn Jahren vor, die mit dem Ende der schädlichen Tätigkeit zu laufen anfängt.

Die Witwe hatte hingegen erklärt, dass die Justiz in diesem Falle das Unmögliche verlange. 1988 habe sie noch nicht gewusst, dass ihr Mann an Krebs erkranken werde. Die Krankheit sei erst im Mai 2004 diagnostiziert worden, eineinhalb Jahre vor seinem Tod.

In ihrem Urteil hielten die Richter nun fest, dass in solchen Fällen die Ansprüche des Opfers verjährt sein können, bevor der Schaden auftritt. Die Verjährungsfristen rechtfertigten sich damit, weil nach so langer Zeit die Verhältnisse verdunkelt seien und der Beweis erschwert werde.

Weil ihre Beschwerde zurückgewiesen wurde, muss die Witwe die Gerichtskosten von 8000 Franken sowie ihre Anwaltskosten übernehmen.

Der Verein für Asbestopfer Schweiz zeigte sich "sehr enttäuscht" über das Urteil. Er hoffe, dass die Klägerin das Urteil an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg weiterziehe, sagte Präsident Massimo Aliotta.

Die Suva verweist in ihrer Stellungnahme auf das Unfallversicherungsgesetz, nachdem der Arbeitgeber für die Verhütung von Berufsunfällen zuständig ist. Zudem legt sie Wert auf den Hinweis, dass die Schadenersatzklage "in keinem Zusammenhang steht mit den Versicherungsleistungen, die grundsätzlich nicht verjähren". So habe der Verstorbene noch bei Lebzeiten "alle ihm zustehenden Leistungen" von der Suva erhalten.