Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und von Swisstransplant stieg die Spendenzahl pro Million Einwohner von 13,7 im 2013 auf 17,2 im vergangenen Jahr. Transplantiert wurden insgesamt 461 Organe von 145 Verstorbenen.

Die Zahl der verstorbenen Spenderinnen und Spender schwankt allerdings von Jahr zu Jahr: 2013 wurden Organe von 110 Verstorbenen transplantiert. 2015 hingegen liessen sich 143 und 2016 lediglich 111 Menschen nach dem Tod eines oder mehrere Organe entnehmen.

Schwankungen von Jahr zu Jahr

Einen Höchststand meldet das BAG auch für Lebendspenden. 137 Personen spendeten eine Niere oder einen Teil ihrer Leber. Die Zahl der Lebendspenden pro Million Einwohner lag vergangenes Jahr bei 16,3. Auch diese Quote schwankt von Jahr zu Jahr.

Auf der Warteliste für Organspenden standen im vergangenen Jahr 1480 Personen; Ende 2016 waren es mit 1478 praktisch gleich viele gewesen. Allerdings haben rund die Hälfte der Eingetragenen (53 Prozent) den Status inaktiv - eine Transplantation ist auf Grund ihres Gesundheitszustands vorübergehend nicht möglich.

Auf der Liste standen Ende 2017 690 "aktive" Patienten gegenüber 725 im Vorjahr. Bei diesen Kranken ist das Einsetzen eines Spenderorgans möglich, wenn eines verfügbar ist.

Das BAG führt die Zunahme der Organspenden auf den Aktionsplan zurück, den der Bund 2013 ins Leben rief. Ziel war, die Spenderate bis 2018 auf 20 pro Million Einwohner zu erhöhen. Letzten Herbst räumten die Akteure allerdings ein, dass dieses Ziel wohl nicht erreicht werde.

Bund und Kantone schrieben damals, dass viele Angehörige von Verstorbenen eine Organspende nach wie vor ablehnten. Weshalb das so sei, sollten die Transplantationsnetzwerke genauer untersuchen.

Volksinitiative lanciert

Mehr Organspenden ist auch das Ziel einer Mitte Oktober 2017 lancierten Volksinitiative der Bewegung Jeune Chambre Internationale (JCI) Riviera. Sie fordert, dass jeder Verstorbene zum potenziellen Spender wird, wenn er dies zu Lebzeiten nicht ausdrücklich ablehnt.

Über die Hälfte der Angehörigen wüssten nicht, was Verstorbene eigentlich gewollt hätten und sagten im Zweifel Nein, sagte der Waadtländer Gesundheitsdirektor Pierre-Yves Maillard (SP), der auch Präsident von Swisstransplant ist, im vergangenen Oktober. Die Stiftung unterstützt die Initianten vorerst mit 50'000 Franken.