Barbara Vogt

Just auf der Grenze zwischen Uerkheim und Zofingen, im Mühlethal, präsentierte die Behörde erstmals den Vertrag über eine allfällige «Heirat». Der Zusammenschluss erfolgt nicht wie geplant Anfang 2010, sondern ein Jahr später. «Das gibt uns mehr Zeit für fundierte Abklärungen und die Umsetzung der Fusion», sagte Gemeindeammann Markus Kappeler aus Uerkheim. Seiner Meinung nach kann sich die Gemeinde nur mit einem starken Partner nachhaltig entwickeln. Gleichwohl gab es für ihn «emotionale Momente», etwa als die Projektgruppen ihre Machbarkeitsabklärungen getroffen hatten und der Beschluss fiel: «Jetzt arbeiten wir einen Vertrag mit Zofingen aus.»

Feuerwehr löst sich auf

Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger aus Zofingen stellte am Donnerstagabend Schwerpunkte aus dem Vertrag vor. Der Name der zusammengeschlossenen Gemeinde lautet Zofingen, mit den Ortsteilen Mühlethal und Uerkheim. Mühlethal hat vor Jahren mit Zofingen fusioniert, laut Hottiger ein gelungener Schritt. «Mühlethal hat die Dorfidentität behalten», stellt er fest.

Von Gesetzes wegen erwerben die Ortsbürger aus Uerkheim bei der Fusion das Ortsbürgerrecht von Zofingen. Der Ortsteil Uerkheim behält seine Primarschule. Eine Gemeindeverwaltung gibt es künftig nicht mehr in Uerkheim, Zofingen bietet dem Gemeindepersonal jedoch Anstellungen zu vergleichbaren Bedingungen bei der Stadt an.

Die Feuerwehr Uerkental (Uerkheim, Bottenwil) löst sich bei der Fusion auf, Uerkheim geht zur Stützpunktfeuerwehr Zofingen. In Uerkheim wird ein Stützpunkt für die Feuerwehr und den Werkhof eingerichtet.

Abhängig von Gerag

Fusionswillige Gemeinden erhalten vom Kanton eine Anschubfinanzierung, bei Zofingen-Uerkheim beträgt diese 4,1 Millionen Franken. Ausserdem werden der Gemeinde für die nächsten acht Jahre Finanzausgleichszahlungen von 5,4 Millionen Franken zugesichert.

Diese Gelder sollen einerseits die Investitionen in die Infrastruktur und die Kosten für die Zusammenführung der Verwaltungsabteilungen abdecken, andererseits den Ausfall an Gemeindesteuern durch Angleichung des Steuerfusses (102 Prozent) auffangen. Im September stimmt das Volk über Gerag ab. Wird die Vorlage verworfen, fallen die Beiträge aus. «Dann müssen wir uns fragen, ob sich ein Zusammenschluss wirklich lohnt, wir brauchen diese Beiträge», redet der Zofinger Stadtammann Klartext. «Es macht keinen Sinn, Synergien einzusparen, wenn der Service public darunter leidet.»

Die Fusionspartner streben eine politische Partizipation des Ortsteils Uerkheim an. Weil die allfällige Fusion mitten in die Amtsperiode 2010-2013 fällt, soll im Ortsteil Uerkheim ein Wahlkreis gebildet werden, die Stimmberechtigen wählen Mitglieder in den Einwohner- und den Stadtrat sowie in die Schulpflege und die Steuerkommission. Durch dieses Wahlsystem können politisch interessierte Bürger aus Uerkheim in Zofingen Fuss fassen und wiedergewählt werden (Gremiummitglieder werden später wieder auf ursprüngliche Anzahl reduziert).

Volksabstimmung im Jahr 2010

Die Fusion Zofingen-Uerkheim erfolgt nur mit der Zustimmung der Bevölkerung. Im nächsten November stimmen die Gemeindeversammlung Uerkheim und der Einwohnerrat Zofingen über den Zusammenschluss-Vertrag ab. An der Volksabstimmung vom 7. März 2010 fallen die Würfel definitiv. Die Stimmbürger werden immer wieder zu Infoveranstaltungen eingeladen. «Wir wollen transparent über die Fusion berichten und die Bevölkerung in den Prozess einbeziehen», sind sich Markus Kappeler und Hans-Ruedi Hottiger einig. «Nur so kommt etwas Gutes zustande.»