Schweiz

Zürcher Regierung will Bund nicht vorgreifen – Grossveranstaltungen bleiben erlaubt

Regierungspräsidentin Silvia Steiner (r.) begründet am Freitag mit Natalie Rickli vor den Medien, warum Zürich mit weiteren Massnahmen zuwartet.

Regierungspräsidentin Silvia Steiner (r.) begründet am Freitag mit Natalie Rickli vor den Medien, warum Zürich mit weiteren Massnahmen zuwartet.

Weil der Bund bereits Verschärfungen plane, hält Zürichs Regierung vorerst an ihren Coronaschutzmassnahmen fest. Das Contact Tracing will der Kanton jedoch weiter ausbauen. Auch die Möglichkeit zum Testen.

(sat) «Die Situation im Kanton Zürich ist äusserst ernst», sagte Silvia Steiner am Freitag vor den Medien. In den letzten vier Wochen, seit Zürich die damals schärfsten Massnahmen im Land erlassen habe, hat sich die Situation laut der Regierungspräsidentin «sehr schnell und sehr stark verschlechtert». Dennoch habe sich Zürichs Kantonsregierung nun gegen weitere Verschärfungen der Schutzmassnahmen entschieden, sagte Steiner. Denn der vom Bundesrat am letzten Sonntag mit den Verschärfungen eingeschlagene Weg sei auch ganz im Sinn der Zürcher Regierung. Und: «Wir wissen, dass es nächste Woche vom Bund wieder weitere Verschärfungen geben wird», sagte Steiner.

Denn der Bund habe inzwischen bereits weitere Verschärfungen bei den Kantonen in die Vernehmlassung gegeben. Da macht es laut Silvia Steiner «wenig Sinn, dass Zürich jetzt vorprescht», begründete die Regierungspräsidentin. Damit bleiben laut Steiner in Zürich vorderhand auch Grossveranstaltungen erlaubt. Die entsprechenden Schutzkonzepte würden allerdings nochmals geprüft.

Während Sicherheitsdirektor Mario Fehr vom Bundesrat schweizweit einheitliche Regeln für Grossveranstaltungen forderte, informierte Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli über die Eröffnung von zwei neuen Coronatestcentern und einen weiteren personellen Ausbau des Contact Tracings. Und dessen Mitarbeitende sollen beispielsweise künftig auch nachts arbeiten. Zudem sollen ab nächster Woche bis zu 1000 Personen täglich per SMS über Kontakte zu Infizierten informiert werden können.

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