Armee

Zwei- statt dreiwöchige WK kommen der Wirtschaft gelegen

Wiederholungskurse sollen statt drei in der Regel nur noch zwei Wochen dauern. Das goutieren nicht alle Parteien. Rückendeckung erhält Ueli Maurer aber aus der Wirtschaft.

Bundesrat Ueli Maurer hatte es am Mittwoch nicht einfach. Kaum hatte er die Botschaft zur Weiterentwicklung der Armee vorgestellt, hagelte es Kritik – allen voran von Mitte-Links, den armeekritischeren Parteien. In einem Punkt stösst Maurer mit seinen Vorschlägen aber auch bei der FDP und SVP nicht auf Gegenliebe: bei der Verkürzung der Dauer der Wiederholungskurse (WK) von drei auf zwei Wochen.

Einzig die BDP kann dem etwas abgewinnen, wie der Vernehmlassungsantwort der Partei zur Vorlage zu vernehmen ist. Das Verdikt nach der Vernehmlassung war damals schon klar: Von insgesamt 176 Antworten fielen 111 für die Beibehaltung von drei Wochen. Die CVP zeigte sich «sehr kritisch» gegenüber einer Verkürzung.

Die Wirtschaft trage keinen Nutzen davon und auch die Ausbildung in der Armee würde darunter leiden. Für die SP trägt die Verkürzung das Risiko, allein noch romantische Bedürfnisse der Milizfolklore zu bedienen, statt eine an Effizienz und Effektivität orientierte Armee zu ermöglichen.

Drei Gründe für drei Wochen

Die SVP hielt fest, dass am bisherigen System der WK festzuhalten sei. Für den Zürcher SVP-Nationalrat und ­Sicherheitspolitiker Hans Fehr ist dies aus drei Gründen die Devise: «Nur so können wir eine seriöse Ausbildung durchführen, Sicherheit garantieren und die Kameradschaft in der Truppe aufrechterhalten.» Dies habe ihm auch ein Besuch bei einer Panzer-Brigade gezeigt.

Alle WK-Dienstleistenden hätten sich für drei Wochen ausgesprochen. Zwei Wochen würden für Verbandsübungen nicht reichen.

Die FDP teilte am Mittwoch mit, dass der Übergang von drei auf zwei Wochen das Grundproblem nicht ­löse. «Die Reduktion um eine Woche Dienst bringt keine substanziellen Verbesserungen betreffend die häufigen Verschiebungen des Militärdiensts. Auch sind zwei Wochen WK für die mechanisierten Verbände völlig ungeeignet», schrieb die Partei.

Noch in der Vernehmlassung hielt die FDP fest, dass eine Verkürzung weder im Interesse der Wirtschaft noch im Hinblick auf die Qualität und Effizienz der Ausbildung wünschenswert sei.

Aber gerade aus der Wirtschaft ­erhält Ueli Maurer Rückendeckung. Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) liess schon in der ­Vernehmlassung verlauten, dass er den zweiwöchigen WK begrüsst. Diese Verkürzung trage zu gesellschaftlicher Akzeptanz der Armee und des Milizsystems bei. «Kürzere Dienstzeiten sind für den Arbeitgeber angenehmer», sagte SAV-Direktor Roland A. Müller am Donnerstag auf Anfrage.

Einziger Wermutstropfen sei vielleicht, dass die Kaderausbildung verlängert werde. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen würden dreiwöchige WK generell organisatorische Schwierigkeiten hervorbringen.

GLP will Durchdienermodell

Auch für die Grünliberalen (GLP) ist die WK-Dauer von zwei Wochen «nicht zielführend». Die Partei hält den Übergang zu einem Durchdienermodell für sinnvoller, wie sie am Mittwoch mitteilte. Es sei besser mit der beruflichen und familiären Situation der meisten Dienstpflichtigen zu vereinbaren. Für SVP-Nationalrat Fehr ist dies «ein Schritt Richtung Berufsarmee, was viel zu teuer kommt». Auf Anfrage präzisierte der Aargauer GLP-Nationalrat Beat Flach, dass der Partei ein «Mischmodell» vorschwebe.

«Hauptsächlich sollte ein Durchdienermodell von rund sechs Monaten zur Anwendung kommen, daneben wenige zweiwöchige WK», so Flach. Diesem Modell könnte auch der SAV etwas abgewinnen. «Voraussetzung müsste aber sein, dass jeder wählen kann», sagt Müller.

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