Kanton Solothurn

Corona-Zeitalter: Wie ist die Stimmung in der regionalen Gastrobranche?

Derzeit gilt zwischen Tischen 1,5 Meter Abstand. (Symbolbild)

Derzeit gilt zwischen Tischen 1,5 Meter Abstand. (Symbolbild)

Zwei Vertreter der Gastro Solothurn ziehen zum diesjährigen Sommer verschiedene Bilanzen. Im Vergleich zu den Restaurants hingegen steckt die Hotelbranche in einer eher düsteren Lage.

Zurzeit gilt in der Gastrobranche, dass zwischen den einzelnen Tischen der Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. Befindet sich eine Trennwand zwischen den Gästegruppen, entfällt der Mindestabstand. In Restaurants, in denen weder der erforderliche Abstand eingehalten noch Schutzmassnahmen ergriffen werden können, müssen die Betreiber von mindestens einer Person pro Tisch die Kontaktdaten aufnehmen. Wie ist die Stimmung in der regionalen Gastrobranche rückblickend auf den Sommer und im Hinblick auf den Herbst? Ergänzend zu unserem Interview mit dem Vizepräsident von Gastro Solothurn haben wir nun bei zwei weiteren Vorstandsmitgliedern nachgefragt.

Stefan Reinhard ist Vorstandsmitglied von Gastro Solothurn und betreibt den Martinshof in Zuchwil. In Bezug auf den vergangenen Sommer zieht er für die Regionen Grenchen und Solothurn eine durchzogene Bilanz. Wie auch vor Corona habe es Tage gegeben, an welchen es gut lief, während an anderen Tagen weniger Umsatz reingeholt werden konnte. Den Unterschied habe vor allem das Wetter gemacht: Die Aussenplätze seien während der Schönwettertage sehr gut besetzt gewesen. An kühleren und regnerischen Tagen hingegen, an welchen sich die Gäste im Innenbereich niederlassen müssen, hätten coronabedingt einige gezögert.

Remo Buchser, Vorstandsmitglied bei Gastro Solothurn und Inhaber der astoria gastronomie AG, zieht für den Raum Olten eine relativ positive Bilanz: Die vergangenen Monate seien im Vergleich zum Vorjahr gefühlsmässig etwa gleich gut, wenn nicht sogar leicht besser verlaufen. Dies sei aber nicht nur dem schönen Wetter, sondern auch dem Ausfall diverser Grossanlässe – darunter beispielsweise die Fussball-EM, das Riverside- und Heitere Musikfestival oder auch die Oltner Chilbi – zu verdanken, da jene Veranstaltungen natürlich die Anzahl Gäste in den konstant geöffneten Restaurants und Bars verringern. Dass sich der Ausfall der Grossanlässe auf den Umsatz der Betriebe auswirkte, merkte man in den Regionen Grenchen und Solothurn jedoch nicht.

Während die Auswertung des «Coronasommers» für die Gastronomie nicht schlecht ausfällt, sieht es für die Hotelbranche düster aus: «Was den Hotel- und Seminarbetrieb angeht, war der Sommer schwach. Eine Verbesserung ist aufgrund der aktuellen Lage nicht in Sicht», erklärt Buchser.

Unsichere Lage erschwert Prognosen

Eine Prognose wagen aufgrund der gegenwärtigen Lage und der damit einhergehenden Planungsunsicherheit weder Buchser noch Reinhard. Letzterer fügt an, dass die Aussichten auf die kommenden Monate von wegfallenden Weihnachtsanlässen getrübt würden.

Zudem würden die Gastronomiebetriebe von den unterschiedlichen Regeln in den Kantonen beeinträchtigt, weswegen er eine nationale Lösung bevorzugt. Die kantonalen Unterschiede hätten sich bereits im Detailhandel niedergeschlagen, wobei die Geschäfte im Kanton Solothurn aufgrund der strengeren Vorschriften ihre Kunden an den angrenzenden Kanton Bern verloren. Da der Nachbarkanton ab dem 12. Oktober eine Maskenpflicht in Restaurants einführt, sind die für die Gastronomie geltenden Regeln im Kanton Solothurn (noch) weniger streng.

Reinhard befürchtet, dass eine Maskenpflicht in Bars und Restaurants die Leute daran hindern könnte, sich für einen Apéro oder ein Essen auswärts zu entscheiden.

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