Kestenholz

Das Gemeinschaftsgrab ist eingeweiht

Das Gemeinschaftsgrab ist eingeweiht.

Das Gemeinschaftsgrab ist eingeweiht.

Jetzt hat auch die Gemeinde Kestenholz pünktlich auf den angekündigten Termin ein Gemeinschaftsgrab. Was früher in katholischen Kreisen eher kritisch kommentiert wurde, hat sich zu einer modernen Einstellung entwickelt.

Es liegt in der Sache der Natur, seit Einzelgräber bereits nach wenigen Jahrzehnten wieder aufgehoben werden, kann man doch bei einem Gemeinschaftsgrab sichergehen, dass dieses länger bestehen bleibt.

Kestenholz war praktisch eine der letzten Gemeinden der Region, die so etwas noch nicht hatte. Nun findet sich eines auf der vormals grossen Grünfläche. Solch eine Beisetzung erfolgt nicht anonym, wie beispielsweise im immer noch vorhandenen «Grab der Unbekannten». Es besteht die Möglichkeit, die Namen der Beigesetzten auf einem entsprechenden Schild zu verewigen. Doch auch bei diesem Grab könne man sich anonym begraben lassen.

Es ging nicht ohne Diskussionen

Plangemäss konnte die Stätte gestern Montag nach dem Gottesdienst eingesegnet werden. Kreiert und gebaut wurde es vom Oensinger Stein- und Bildhauer Daniel Henzi. Er bezog Stichworte wie Organismus, Wachstum und Vergänglichkeit in sein Konzept. Im Zentrum der Grabstätte wird gestalterisch ein Kastanienblatt angetönt – in Anlehnung an das Dorfwappen von Kestenholz.

Das Projekt hatte beim Souverän Diskussionen gegeben, damals im April des laufenden Jahres. Aber es waren vor allem wieder einmal – wie so oft in solchen Diskussionen – die Details, die zu reden gaben. Gemeindepräsident Roger Wyss äusserte sich damals dazu: «Es ist immer schwierig, eine Lösung zu erarbeiten. Und Kunst wird nun einmal von allen anders gedeutet.»

Auch der Künstler selbst war überrascht, als es an der besagten Gemeindeversammlung beinahe ausufernde Diskussionen gab. Aber gerade Themen wie der Tod und, wie es weitergehen soll, erhitzen die Gemüter immer wieder. «Das Feedback war jetzt mehrheitlich positiv, ich schätze den Dialog mit der Bevölkerung», so Henzi.

An der besagten Gemeindeversammlung im April hatte der Souverän einen Kredit von 82000 Franken gesprochen.

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