Logistikzentren
Derendingen soll Verkehrsproblem lösen

An einem Informationsabend wurde klar: Die Bevölkerung von Derendingen hat wenig Freude am geplanten Logistikzentrum Kühne+Nagel. Auch der Ausbau der DHL löst heftige Reaktionen aus.

Rahel Meier
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DHL möchte auf dem Schoeller-Areal in Derendingen weiter ausbauen.

DHL möchte auf dem Schoeller-Areal in Derendingen weiter ausbauen.

Hanspeter Bärtschi

Ausgeschrieben war ein «Info-Abend». Es gab denn auch viele Informationen für die Derendinger Bevölkerung. Das neue erstellte Leitbild war ein Thema und der Gestaltungsplan für das Schoeller-Areal wurde vorgestellt. Der Abend entwickelte sich aber auch zu einer Kropfleerete. «Ich bin in Derendingen aufgewachsen und wohne immer noch hier. Aber langsam stimmt es für mich nicht mehr», äusserte sich eine Bewohnerin moderat.

Eine andere wollte wissen, was denn für die Einwohner getan würde. «Ich höre nur die Worte Arbeitsplätze und Planung.» Andere nahmen heftigere Wörter in den Mund: «Scheisse», würden die Behörden erzählen.

Gleich zwei Logistikzentren

Die heftigen Reaktionen löst das kürzlich publizierte Bauprojekt von Kühne+Nagel und der Gestaltungsplan für das Schoeller-Areal aus. Erstere Firma plant einen Logistikbetrieb auf dem Wissensteinfeld (wir berichteten). Auf dem zweiten Areal befindet sich heute die DHL und die Planung zeigt, dass das Logistikzentrum dort weiter ausgebaut werden soll. Arbeitsplätze, Gebäudehöhe und Gebäudegrösse.

Es gab viele Fragen. Am meisten interessierte aber der Verkehr. «Bevor das Verkehrsproblem in Derendingen nicht gelöst ist, darf kein weiterer Betrieb angesiedelt werden», wurde deutlich gefordert. Szenenapplaus zeigte, dass viele Derendinger so denken.

Überlasteter Kreuzplatz

Im Zentrum der Diskussionen steht dabei natürlich der Kreuzplatz. Es gibt ein Verkehrsgutachten, das aufzeigt, dass der Kreuzplatz überlastet ist und es vor allem in den Spitzenzeiten zu Rückstau vor der Ampelanlage kommt. Das Gutachten zeigt aber auch, dass der Anteil des Verkehrs, der durch Zu- und Wegfahrten zum Schoeller-Areal erzeugt wird, nur rund 2 Prozent am gesamten Verkehrsaufkommen auf dem Kreuzplatz ausmacht. Laut Gutachten verändert sich dieser Anteil auch mit einem weiteren Ausbau kaum. Auch der Umweltverträglichkeitsbericht kommt zum Schluss, dass «das Vorhaben als umweltverträglich eingestuft werden kann».

Gemeindepräsident Kuno Tschumi forderte dazu auf, die Mitwirkung zu nützen und die geäusserten Bedenken einzubringen. Er machte aber auch deutlich, dass die Ortsplanung die beiden Bauprojekte ermögliche (siehe auch Kontext).

Raumplanungsbericht, Sonderbauvorschriften, Umweltverträglichkeitsbericht, Verkehrsgutachten und Gestaltungsplan zum Schoeller-Areal sind unter www.derendingen.ch aufgeschaltet.