Grenchen
Das Parktheater stand ganz im Zeichen des Solothurner Rocks

Im Parktheater erlebten musikinteressierte Besucher den Live-Auftritt von lange nicht gehörten Solothurner Formationen wie «The Rumblers», «Uhrsprung» oder «Cleans».

André Weyermann
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Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und die Stimme von Cesy Zappa: The Rumblers.Michel Lüthi

Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und die Stimme von Cesy Zappa: The Rumblers.Michel Lüthi

Michel Luethi

Der Publikumsaufmarsch hielt sich in Grenzen beim Unterstützungskonzert für das Zeitdokument «Kanton-Solothurner Rocklandschaft zwischen 1960 und 1985» im Grenchner Parktheater.

Die Anwesenden hingegen, Zuschauende wie Musiker, hatten ganz offensichtlich ihren Spass. Relativ gelassen nahm es denn auch Initiator Pesche Borer: «Sicher hätten wir gerne einige Eintritte mehr gehabt. Wir konnten aber Aufnahmen machen mit Musikern, die teilweise kaum mehr in dieser Besetzung zusammenkommen werden, die aber für das Projekt von Bedeutung sind.»

Dafür verantwortlich zeichnete vor allem Jürg Naegeli, Krokus-Mitglied der ersten Stunde und eine echte Autorität, was das Erstellen von Bild- und Tonträgern mit Live-Charakter anbelangt.

Gute alte Zeit des Rock ’n’ Roll

Den Auftakt bestritt die Solothurner Band «The Rumblers», welche bereits 1961 gegründet wurde, die aber – -man höre und staune – das erste Mal seit 51 Jahren wieder in dieser Besetzung zusammengespielt haben. Zwei rollende Gitarren, ein dröhnender Bass, ein taktgebendes Schlagzeug und die Stimme von Cesy Zappa entführten in die gute alte Zeit des Rock ’n’ Roll gewürzt mit einem Stück, das als «Rock-Jodel» durchaus innovativen Charakter zeigte.

Danach war es Zeit für die Lokalmatadoren von «Uhrsprung». Vor genau vierzig Jahren als «Peanuts» gegründet machen sie nun unter dem neuen Namen die Bühnen unsicher. Mit eingängigen Mundartballaden und kernigen Rocksongs unternahm die Band eine Zeitreise. Darunter befinden sich neben bekannten Coversongs auch ein paar knackige, eigene Kompositionen. Mit urchig, kernig oder ganz einfach rockig lässt sich der Sound der zwei Gitarren (Andy Saredi und Daniel Grabheer), Bass (Heinz Bürgi) und Schlagzeug/Gesang (Jürg Lier) beschreiben.

Schliesslich betraten die «Cleans» die Bühne. 1965 gegründet haben auch sie eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Immerhin tourten sie Ende der Sechzigerjahre mit einem gewissen Polo Hofer als Leadsänger durch in- und ausländische Beat-Clubs und Dancings. Im Parktheater gab die Band um den charismatischen Sänger Mike Bucher bekannte Coverversionen von The Kinks, Chuck Berry oder Eric Clapton zum Besten. Gut möglich, dass die Combo in dieser Besetzung zum letzten Mal auf der Bühne stand.

Eine multimediale Chronik

Zum Geschehen auf der Bühne kontrastierten übrigens äussert reizvoll bei allen Auftritten projektierte Erinnerungen an alte Zeiten der Protagonisten selber und an Musikgrössen aus dieser Zeit.

Moderator Tom Gantner entlockte in seinen Interviews zudem den Akteuren etliche Anekdoten oder auch Zukunftspläne.

Wer auch etwas zur Geschichte des Solothurner Rocks beitragen will, kann dies auf rock-legends.ch tun. Laut Pesche Borer soll die vielschichtige und multimediale Chronik gegen Ende des nächsten Jahres erscheinen.