Geologischer Atlas Schweiz
Dank Balsthal-Karte sind mittlerweile «zwei Drittel Schweiz abgedeckt»

Einst wird das Blatt 139 :Balsthal Teil des Geologischen Atlas der Schweiz. Dieses Projekt erstreckt sich über ganze 100 Jahre hinweg. Mit der neuen Karte ist laut dem Redaktor eine «Lücke im zentralen Juragebirge» geschlossen worden.

Lucien Rahm
Merken
Drucken
Teilen
Lücke im zentralen Juragebirge geschlossen.» Von links: Roland Stampfli (Gemeindepräsident Balsthal), John Ford (US-Geologe), Daniel Kälin (Kartenredaktor), Hansruedi Bläsi (Uni Bern), Christian Gnägi (geologischer Berater).

Lücke im zentralen Juragebirge geschlossen.» Von links: Roland Stampfli (Gemeindepräsident Balsthal), John Ford (US-Geologe), Daniel Kälin (Kartenredaktor), Hansruedi Bläsi (Uni Bern), Christian Gnägi (geologischer Berater).

Hansjörg Sahli

Rund 100 Jahre Bearbeitungszeit nimmt das behördliche Projekt gesamthaft in Anspruch. Nicht etwa, weil man damit besonders aufwandscheue Beamte betraut hätte: Die Erstellung einer der insgesamt 222 Teilkarten erfordert schlicht 600 Arbeitstage.

Das Endergebnis wird dereinst der Geologische Atlas der Schweiz sein. Im Verhältnis 1:25 000 wird dieser Auskunft geben über die geologische Zusammensetzung der obersten Schichten der Schweizer Erdkruste.

Nach Veröffentlichung des ersten Kartenblattes 1930, welches Aufschluss über das Gebiet um Delémont gab, ist nun jenes zu Balsthal erschienen. Im Solothurner Naturmuseum wurde am Montag das «Blatt 139: Balsthal» vorgestellt.

Das Bundesamt für Landestopografie stellte die Karte Nummer 139 am Montag vor.

Das Bundesamt für Landestopografie stellte die Karte Nummer 139 am Montag vor.

admin.ch

Dieses umfasst das Gebiet der ersten und zweiten Jurakette sowie einen Teil des südlich angrenzenden Mittellandes — und zeigt somit, auf welchen Gesteinsschichten sich Gemeinden wie zum Beispiel Oensingen, Wangen an der Aare, Welschenrohr oder Oberdorf befinden.

Oder dass sich die Balsthaler Burg Alt-Falkenstein auf gut gebanktem beziehungsweise massigem oolithischem Kalk befindet.

«Das Blatt schliesst eine der letzten Lücken in der Abdeckung des zentralen Juragebirges», gab Kartenredaktor Daniel Kälin erfreut bekannt. 2004 habe er mit der Neuzeichnung der Balsthal-Karte begonnen.

Bei deren Erarbeitung konnten er und sein Team auf diverse Arbeiten von Vorgängern zurückgreifen, deren Früheste aus dem Jahr 1907 stammt. Unerwartete Hilfe kam dabei auch aus den USA: In den 1980er-Jahren hatte der US-Geologe John R. Ford einen umfassenden Datensatz des entsprechenden Juragebietes erstellt, den er dem Bundesamt für Landestopographie Swisstopo zur Verfügung stellen konnte.

«Somit sind nun etwa zwei Drittel der Schweiz abgedeckt», erklärte Andreas Möri, Leiter geologische Landesaufnahmen der Swisstopo. Pro Jahr kämen nun drei bis fünf solcher Blätter hinzu, sodass ungefähr im Jahr 2030 das Gesamtwerk vollendet sein wird.

Hier geht's direkt zur digitalen Karte