Biberist

Die Farbe und das Licht sind seine Lebensenergien

Roman Candio freut sich an Farben und Geschichten.

Roman Candio freut sich an Farben und Geschichten.

Die neuen Arbeiten vom Künstler Roman Candio beleben die Räume im Schlössli Vorderbleichenberg in Biberist. Er komponiert Farberlebnisse aus Alltagsbildern und Eindrücken, die er laufen sammelt.

Draussen naht der Frühling, im Schlösschen Vorder-Bleichenberg hat uns die Farbe bereits im Griff, denn Roman Candio spielt wie immer mit unerschöpflicher Mallust auf der Klaviatur der Farben und des Lichts. Aus seinem überreichen Fundus komponiert er aus gefundenen Alltagsbildern, Erlebnissen und Eindrücken vielfältige Farberlebnisse. «Das Sichtbare erlebbar machen», benannte es einmal der 1935 geborene Künstler, für den «Farbe eine Energie» ist.

Doch mehr als nur ein Maler der Farben und konsequent popartigen Formen, ist er auch ein routinierter Geschichtenerzähler. In seinen Bildern erfindet, variiert und verwandelt er aus dem Chaos des Gesehenen, Gesammelten, Reflektierten, aus Notizen, Skizzen, Zeichnungen, Farbtönen mit malerischer Verve eine Ordnung der Dinge.

Auch im Schlösschen Vorder-Bleichenberg scheinen viele Inhalte vertraut, die Gartenszenen und -winkel, Tisch und Stühle atmosphärisch arrangiert, Apfelbaumwiesen, Gebirgslandschaften blau betont und ein wenig an Hodler erinnernd. Aber auch Frauen in Pose und Kostüm. Bilder nun in Acryl auf Leinwand, Holz oder Papier, stets charakteristisch in den klaren Konturen und knappen Formen, die Candio – abgesehen von wenigen Details – meist ins Flächige, Schablonenhafte steigert als demonstrative Erkenntnis: In der Einfachheit liegt die Poesie, treten bei ihm Farbe und Form miteinander ins Gespräch.

Bei Roman Candio führt eins zum anderen, Kunstzitate, Alltagsobjekte, Geschichten, Inspirationen. Das, was er in ihnen sieht und als Farbe und Form sichtet. Vieles bleibt jahrzehntelang liegen, um dann wieder entdeckt zu werden, anderes reift aus dem Moment. So wie die zeichenreichen Fahnen, die er 2012 an der L’art 2012 in den Gassen Langenthals präsentierte und für eine Ausstellung in Visp 2013 in Acryl auf Holz zu neuen Geschichten und Geschehen erweiterte und hier nun ebenfalls vorstellt.

Bis 30. März. Geöffnet: Mi + Do 16–19 Uhr, Sa + So 14–18 Uhr. Matinee-Konzert, Sonntag, 16. März, 11 Uhr.

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