Kanton Solothurn

Gewerbeverband stellt nach Umfrage fest: «Die Maskenpflicht schadet dem Geschäft»

Wie nützlich ist die Maskenpflicht wirklich?

Wie nützlich ist die Maskenpflicht wirklich?

Seit einem Monat gilt im Kanton Solothurn die Maskenpflicht in Geschäften. Im Aargau ist das Tragen von Masken noch nicht obligatorisch. Man sollte also meinen, dass die Corona-Neuinfektionen im Solothurnischen gesunken sind. Falsch: Ein Vergleich der Solothurner und Aargauer Corona-Zahlen zeigt, dass die Maskenpflicht offenbar nicht so nützlich ist, wie gedacht.

Der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband hat rund einen Monat nach Einführung der Maskenpflicht bei seinen Mitgliedern eine Umfrage zur Maskenpflicht durchgeführt. 262 Geschäfte nahmen teil.

Der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband hat keine Freude an der Maskenpflicht, die seit Anfang September in Solothurner Einkaufsläden und -zentren herrscht. Das hat der Verband bereits Ende August deutlich gemacht, als er forderte, der Regierungsrat solle den Beschluss überdenken.

Rund ein Monat später, ruft der Gewerbeverband dazu auf, das «Experiment Maskenpflicht» zu beenden. Als Grundlage für diese Äusserung liefert der Verband die Ergebnisse einer Umfrage, welcher er nach Einführung der Maskenpflicht bei seinen Mitgliedern gemacht hat.

Geschäfte mit einem öffentlich zugänglichen Verkaufsraum durften ihre Meinung zur seit dem 3.September und laut Verordnung mindestens noch bis Ende Oktober geltenden Maskenpflicht kundtun. Insgesamt nahmen 262 Geschäfte an der Umfrage teil, wie der Verband mitteilt. 

Bei der Frage, wie die Kundenfrequenz seit Einführung der Maskenpflicht wahrgenommen wird, hätte sich laut Verband auf einer Schulnotenskala von 1 bis 6 ein Wert von 3.3. 67% der Läden gaben an, dass der Konsumtourismus in benachbarte Kantone spürbar sei. «Diese Tatsache unterstreicht auch der Umsatzrückgang. 80% der Verkaufsgeschäfte verspüren einen Umsatzrückgang», heisst es im Bericht. Bei jedem dritten Geschäft würde der Rückgang 20% oder mehr betragen. Dabei sind nicht alle Branchen gleich betroffen: «Dramatischer ist der Umsatzrückgang grundsätzlich im Non-Food-Bereich.»

In der Grafik wird sichtbar, dass rund zwei Drittel der Geschäfte den Umsatzrückgang mit reduziertem Personaleinsatz oder Abbau von Personal (15%) kompensieren. «Das bedeutet, dass nicht nur Arbeitgeber unter der Maskenpflicht leiden», hält der Gewerbeverband fest. Viele Arbeitnehmer müssten um ihre Stelle fürchten oder sie hätten Ende Monat als Folge der Maskenpflicht weniger Geld im Portemonnaie. «Es darf nicht sein, dass eine unverhältnismässige staatliche Massnahme der Wirtschaft mehr schadet, als sie der Gesellschaft nutzt.»

Eine Insel mit vielen Randregionen

Für den Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbandes ist klar: «Das Experiment Maskenpflicht muss umgehend beendet werden.» Der Kanton Solothurn sei eine Insel mit vielen Randregionen, umgeben von Kantonen, die keine Maskenpflicht kennen würden. Der Abfluss von Kunden in die umliegenden Kantone soll dem Verband auch von grenznahen Geschäften bestätigt werden.

«Die Maskenpflicht ist geschäftsschädigend», so der Verband. Durch die Folgen der Maskenpflicht seien nicht nur gewisse Geschäfte in ihrer Existenz bedroht. «Es stehen direkt und unmittelbar auch Arbeitsplätze auf dem Spiel. Es kann nicht Sinn und Zweck von staatlichen Massnahmen sein, eine wirtschaftliche Flaute auszulösen.»

Der Verband argumentiert weiter, der Kanton sei nie ein Hotspot gewesen und er stehe auch in der aktuellen Situation nicht im Zentrum des Geschehens. Momentan steige die Anzahl Fälle im Kanton leicht – und dies trotz Maskenpflicht. «Im Nachbarkanton Aargau – ohne Maskenpflicht – ist die Anzahl der Fälle sinkend», so der Verband. Er fragt sich, ob die Maskenpflicht einen Einfluss auf den Verlauf der Ansteckungen hat. «Die Ansteckungen passieren nicht in den Einkaufsläden.» Die seit anfangs Pandemie erarbeiteten Schutzkonzepte sowie die Massnahmen Händedesinfektion und Abstand hätten seit jeher sehr gut funktioniert und müssten verstärkt weitergeführt werden.

Blick auf Weihnachten

Gerade im Hinblick auf die kommende Weihnachtzeit sei es wichtig, dass «das Masken-Inseldasein» des Kantons Solothurn beendet werde. Das Weihnachtsgeschäft sei für die meisten Läden im Detailhandel überlebenswichtig. Es bestehe die Gefahr, dass die Kunden ihre Vorweihnachts- und Weihnachtseinkäufe nicht im Kanton Solothurn tätigen.

Das will der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband «mit allen Mitteln» verhindern und ruft den Solothurner Regierungsrat auf, die Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Verkaufsräumen «umgehend» zu beenden.

Bereits die Gewerbler aus dem Schwarzbubenland hatten eine Aufhebung der Maskenpflicht gefordert. Die Regierung hatte dafür aber kein Gehör. (mgt)

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