Gasverbund
Kommt für Gas ein «Goldenes Zeitalter»?

Der Energieverbrauch werde in den kommenden 20 Jahren weiter wachsen, einen Beitrag dazu könne Erdgas liefern, ist André Dosé, VR-Präsident des Gasverbundes Mittelland, dem auch die Grenchner SWG und die Solothurner Regio Energie angehören, überzeugt

Stefan Schuppli
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Erdgastanks bei der Regio Energie in Zuchwil .

Erdgastanks bei der Regio Energie in Zuchwil .

Oliver Menge

Im Gegensatz zu den USA habe diese Energieform hierzulande noch ein Mauerblümchendasein, sagte er am Donnerstag vor der Generalversammlung in Basel.

Das günstige Gas habe in den USA eine regelrechte Re-Industrialisierung ausgelöst, weil die Produktionskosten plötzlich tiefer und damit weltweit konkurrenzfähig wurden. Die europäische Industrie sei alarmiert.

Angesichts der sistierten Gespräche über einen grenzüberschreitenden Stromhandel sei zu prüfen, ob Erdgas in der schweizerischen Stromerzeugung nicht doch eine grössere Rolle spielen sollte. Als absolut prioritär bezeichnete Dosé die Ausarbeitung eines Gasmarktgesetzes.

Zwar sei es erfreulich, dass es von der Wettbewerbskommission Vorabklärungen gegeben habe, ob und wie industrielle Grossverbraucher auf dem Markt beschafftes Gas im schweizerischen Netz durchleiten können. «Hier braucht es eine verbindliche gesetzliche Regelung», sagte Dosé. Dies in Anlehnung an das Stromnetz, wo ein nicht-diskriminierender Zugang gewährleistet sein soll. Noch immer tue sich Erdgas zudem als Treibstoff schwer, dies, obwohl die Technologie ausgereift sei.

Erneuerbare Energien unter Druck

Kritisch merkte der Basler Regierungspräsident Guy Morin in seiner Grussbotschaft an, dass sich Gas wegen des Preisvorteils möglicherweise primär zulasten der erneuerbaren Energien durchsetze. Und es steht damit die Frage im Raum, ob damit nicht die Ökologisierung der Wärmeversorgung geschmälert würde.

Der GMV, der 15 Energieversorgern der Nordwestschweiz gehört, hat im Geschäftsjahr 2012/2013 6,4 Prozent mehr Erdgas abgesetzt. Der Umsatz stieg um 4,7 Prozent auf 605 Millionen Franken.